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Daniil Kljuka 

Daniil Kljuka wird von der Menschenrechtsorganisation Memorial als politischer Gefangener anerkannt. Sein Gerichtsverfahren wirft erhebliche Zweifel an seiner Fairness und Rechtsstaatlichkeit auf.

20 Jahre Freiheitsstrafe für Lehrer an einer Kinderkunstschule

Daniil Kljuka
Geburtsdatum: 24. September 1996

Festnahme: 10. Februar 2023

Inhaftiert in: Gefängnis Nr. 2, „Wladimir-Zentral“, Gebiet Wladimir, Russische Föderation

Vorwurf: „Hochverrat“ und „Finanzierung von Terrorismus“

Urteil: insgesamt 20 Jahre Haft und Geldstrafe von 500.000 Rubel

Daniil Kljuka wurde im kasachischen Temirtau geboren. Seine Familie zog 1998 nach Russland. Er studierte an der Fakultät für Kunst und Grafik der Pädagogischen Universität Lipezk und unterrichtete später Zeichnen, Modellieren und Gestaltung an einer Kinderkunstschule

Festnahme und Verfahren
Die Schulleitung beschuldigte Daniil des „Nazismus“, als Kolleginnen und Kollegen an seinem Arbeitsplatz Ausgaben einer lokalen regierungsnahen Zeitung fanden, die er mit kritischen Karikaturen und Zeichnungen versehen hatte. Am 10. Februar 2023 wurde Kljuka nach seinen Angaben von maskierten Sicherheitskräften zu Boden gerungen und mit einem Sack über den Kopf an einem unbekannten Ort für mehrere Tage festgehalten. 

Er wurde angeklagt zwei Überweisungen in Höhe von insgesamt 120.000 Rubel an die ukrainische Stiftung „Come Back Alive“ getätigt zu haben und die ukrainische Einheit „Asow“ für Waffenausrüstung finanziell zu unterstützen.

Kljuka weist die Vorwürfe zurück und erklärt, die Geldüberweisungen an seinen Cousin in der Ukraine geleistet zu haben. Dieser gab an, die Mittel seien ausschließlich für persönliche und humanitäre Zwecke verwendet worden, unter anderem zur Finanzierung einer Nierenoperation seines Vaters. Zudem bestätigte der Cousin, dass Kljuka den russischen Angriffskrieg in ihrer privaten Korrespondenz zwar kritisiert, jedoch weder radikale noch gewaltbefürwortende Ansichten vertreten habe.

Auffällig ist, dass die ukrainische Stiftung „Come Back Alive“ vom russischen Justizministerium erst am 21. Mai 2024 – weniger als einen Monat vor der Urteilsverkündung – als sogenannte „unerwünschte Organisation“ eingestuft wurde. Darüber hinaus wurden nach öffentlich zugänglichen Informationen keine technischen Beweise vorgelegt, die den endgültigen Empfänger der Kryptowährungstransfers eindeutig nachweisen.

Vor Gericht bestätigte Kljuka zwar seine während der Ermittlungen gemachten Aussagen und bekannte sich formell schuldig. In Briefen aus der Haft erklärte er jedoch, der FSB habe ihn unter Druck gesetzt, eine Finanzierung der Einheit „Asow“ sowie von Waffen und Drohnen zu gestehen. Außerdem deutete er an, während seiner Festhaltung in einem Keller misshandelt worden zu sein.

Das Verfahren fand weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Am 19. Juni 2024 verurteilte das 2. Westliche Bezirksmilitärgericht Daniil Kljuka zu 20 Jahren Freiheitsentzug. Davon muss er zunächst fünf Jahre in einem Gefängnis und anschließend 15 Jahre in einer Strafkolonie verbüßen. Zusätzlich verhängte das Gericht eine Geldstrafe von 500.000 Rubel sowie eine einjährige Freiheitsbeschränkung nach seiner Entlassung.

Das Militärberufungsgericht bestätigte das Urteil am 3. Oktober 2024. Bereits am 13. März 2024 war Kljuka in das russische Register der „Terroristen und Extremisten“ aufgenommen worden. Nach öffentlich zugänglichen Informationen befindet er sich derzeit im Gefängnis Nr. 2 im Gebiet Wladimir.

Die Menschenrechtsorganisation „Unterstützung politischer Gefangener. Memorial“ stuft Daniil Kljuka als politischen Gefangenen ein. Memorial kritisiert insbesondere die mutmaßlich unter Zwang erlangten Aussagen, die unzureichend belegten Geldflüsse, den Ausschluss der Öffentlichkeit sowie den politischen Hintergrund des Verfahrens und fordert die Aufhebung des Urteils sowie seine unverzügliche Freilassung.

Stand: Juli 2026

So können Sie Daniil helfen:

Post an politische Gefangene ist oft ein wirksamer Schutz gegen Misshandlungen, denn die Post zeigt dem Gefängnispersonal und den Behörden, dass ein Gefangener im Ausland bekannt ist. Den politischen Gefangenen hilft das Wissen, in der Welt nicht vergessen zu sein.

Die belarusische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja sagte der IGFM: „Schreibt Briefe, schreibt an die politischen Gefangenen. Sie freuen sich zum Teil wirklich wie kleine Kinder, wenn sie Post bekommen, man kann es sich kaum vorstellen. Es ist enorm wichtig. Nehmt Euch vor: Einmal in der Woche schreibt jeder eine Karte, damit die Menschen wissen, dass sie nicht vergessen werden“

Deshalb: Schreiben Sie aufmunternde Worte direkt an Daniil Kljuka. Der Brief sollte auf russisch verfasst werden, um die Zensur zu passieren.

600020, г. Владимир, ул. Большая Нижегородская, д. 67,
ФКУ Т-2 УФСИН России по Владимирской области,
Клюка Даниил Владимирович, 1996 г. р.

Wie schreibe ich einem Gefangenen?

Bitte schreiben Sie an die Botschaft der Russischen Föderation und die russische Ombudsfrau (sog. „Menschenrechtbeauftragte“). Fordern Sie die sofortige und bedingungslose Freilassung der/s Gefangenen. 

Russische Botschaft in Deutschland
Botschafter: S. E. Herr Sergej J. Netschajew
Botschaft der Russischen Föderation
Unter den Linden 63-65
10117 Berlin
E-Mail:  [email protected] 

Ombudsfrau der Russischen Föderation
Jana Lantratowa / Yana Lantratova
Smolenskij bulvar, d. 19, str. 2
119121 Moskau
Russland
 

Anmerkung: Briefe an die russische Ombudsfrau sollten auf russisch verfasst werden.  

Betreff: „Bitte um die unverzügliche Freilassung von Daniil Kljuka 

Sehr geehrter Herr Botschafter Netschajew/ Sehr geehrte Ombudsfrau Lantratowa

ich schreibe Ihnen, um Sie auf die willkürliche Gefangenschaft von Daniil Kljuka  (geb. 24. September 1996) aufmerksam zu machen, der am 10. Februar 2023  festgenommen wurde. 

Der Künstler und ehemaliger Kunstlehrer wurde im Februar 2023 vom FSB festgenommen, nachdem an seinem Arbeitsplatz regierungsnahe Zeitungen mit kritischen Karikaturen gefunden worden waren. Kljuka berichtet, während der Festnahme und der anschließenden Inhaftierung misshandelt und unter Druck gesetzt worden zu sein. Ihm wurde  vorgeworfen er habe Geld an die ukrainische Stiftung „Come Back Alive“ überwiesen. Das Gerichtsverfahren fand weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Am 19. Juni 2024 wurde Daniil Kljuka zu 20 Jahren Freiheitsentzug, einer hohen Geldstrafe und weiteren Einschränkungen nach seiner Entlassung verurteilt. Das Urteil wurde im Oktober 2024 bestätigt.

Die von der IGFM geäußerten Bedenken sind schwerwiegend: mutmaßlich unter Zwang erlangte Aussagen, fehlende Transparenz bei der Beweisführung, ein nicht öffentliches Verfahren sowie Hinweise auf einen politischen Hintergrund der Strafverfolgung. Solche Umstände widersprechen grundlegenden rechtsstaatlichen Prinzipien und dem Recht auf ein faires Verfahren.

Ich fordere daher:

  • Daniil Kljuka unverzüglich freizulassen, sofern keine glaubwürdigen, rechtmäßig erlangten Beweise für eine international als Straftat anerkannte Handlung vorgelegt werden können.
  • Die Vorwürfe über Misshandlung, Folter und erzwungene Geständnisse unabhängig, gründlich und unparteiisch zu untersuchen.
  • Sein Recht auf ein faires, öffentliches Gerichtsverfahren entsprechend den internationalen Menschenrechtsstandards zu gewährleisten.
  • Seine Rechte während der Haft zu schützen und ihm uneingeschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung, anwaltlicher Vertretung sowie Kontakt zu seiner Familie zu ermöglichen.

Bitte setzen Sie sich für eine humane und rechtsstaatliche Behandlung aller politischen Gefangenen in der Russischen Föderation ein.

Hochachtungsvoll,

Machen Sie in den sozialen Medien auf Daniil Kljuka aufmerksam und nutzen Sie diese Hashtags:

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