Menschenrechtslage im Iran

Die Islamische Republik Iran ist ein Unrechtsstaat und missachtet systematisch die Rechte ihrer Bürger. Angehörige ethnischer, religiöser und politischer Minderheiten sind im Iran vielfacher Diskriminierungen ausgesetzt. Die IGFM veröffentlicht hier regelmäßig Berichte und informiert über die Menschenrechtssituation im Iran.
Mehrere Todesurteile
188. Tag der Revolution (seit den Protesten der Basaris im Dezember 2025)
Der folgende Bericht fasst die wichtigsten Ereignisse vom 6. bis zum 13. Juli 2026 zusammen. Die Ereignisse der vergangenen Tage haben die ohnehin schon schwierige Lage im Iran noch weiter erschwert. Die Zahl der Festnahmen ist erneut gestiegen. Nach den US-Luftangriffen auf militärische und nukleare Einrichtungen im Süden des Landes haben die Behörden der Islamischen Republik ihre Maßnahmen gegen die eigene Bevölkerung verschärft. Gleichzeitig nutzte die Regierung die öffentlichen Gedenkveranstaltungen für Khamenei, den ehemaligen Obersten Führer der Islamischen Republik, der bei dem amerikanisch-israelischen Angriff getötet worden war. Die Regierungsvertreter erklärten, dass an diesem Tag im gesamten Land nicht gearbeitet werden muss, und schalteten ihre Propagandamaschinerie ein, um zur Teilnahme an den Gedenkveranstaltungen aufzurufen.
Opfer der Islamischen Republik:
Sahand Nasseri, ein 15-jähriger Jugendlicher aus dem Stamm der Bakhtiari Lor, wurde am 8. Januar 2026 in Karaj mit drei Schüssen ins Herz getötet.
Dem 38-jährigen Morteza Azhdari, Vater einer 14-jährigen Tochter und eines 10-jährigen Sohnes, wurde direkt in die Brust geschossen, als er half, einen der Verletzten auf den Bürgersteig zu bringen.
Hasti Samadi wurde nur 17 Jahre alt. Am 8. Januar 2026 wurde sie mit Tränengas angegriffen, festgenommen und während der Haft schwer misshandelt. Nach ihrer Freilassung erlitt sie einen Krampfanfall und starb im Krankenhaus. Als offizielle Todesursache wurde ein „schweres Schädeltrauma“ angegeben.
Willkürliche Festnahmen und Hinrichtung:

Den veröffentlichten Informationen zufolge ist das Verfahren gegen die zwölf Angeklagten im Fall „Ali-Khani-Platz“ nun in die Vollstreckungsphase eingetreten. Der Fall bezieht sich auf die Ereignisse vom 8. Januar 2026 im Bereich des Ali-Khani-Platzes zwischen Malek-Shahr und Kaweh in Isfahan. Dabei meldeten die Behörden der Islamischen Republik den Tod von vier Angehörigen der Basij und der Spezialeinheiten. Im Anschluss daran wurden 59 Personen festgenommen und ein gemeinsames Ermittlungsverfahren gegen sie eingeleitet.
Das Verfahren fand vor dem Revolutionsgericht von Isfahan unter dem Vorsitz von Mohammad Baratī Darcheh und Mohammad Tavakolī statt. Mohammad Nakhjavān fungierte als Staatsanwalt. Nach Angaben von Menschenrechtsquellen erstreckte sich der Prozess über drei jeweils einstündige Sitzungen. Die Angeklagten hatten nur eingeschränkten Zugang zu einem Rechtsbeistand. Außerdem weiß die IGFM von weiteren Verstößen gegen die Grundsätze eines fairen Verfahrens. Zwölf Personen wurden zum Tode und weitere 23 zu Freiheitsstrafen von fünf bis zehn Jahren verurteilt. Berichten zufolge wurden während der Proteste im Januar 2026 in derselben Region mehrere Bürger durch direkte Schüsse von Regierungskräften getötet. Bislang wurde jedoch über keine gerichtlichen Verfahren hinsichtlich der Umstände ihres Todes berichtet.
Die Namen der Verurteilten sind wie folgt:
- Alireza Sepahi, 24, vier Todesurteile
- Abolfazl Sepahi, 23, drei Todesurteile
- Ghaem Hosseini, 20, zwei Todesurteile
- Gol-Mohammad Mohammadi, afghanischer Staatsangehöriger, 23, ein Todesurteil
- Shervin Bagherian, 18, zwei Todesurteile
- Erfan Esfandiari, 18, ein Todesurteil
- Amirhossein Safari, 27, ein Todesurteil
- Amirhossein Maleki, 19, ein Todesurteil
- Ali Dashti, 19, ein Todesurteil
- Abolfazl Ebrahimi, 18, eine Todesstrafe
- Alireza Raeisi, 21, eine Todesstrafe
- Amirhossein Ebrahimi Analoucheh, 19, zwei Todesstrafen
Weitere Vorfälle aus dem Iran:
Wegen wiederholter Internetabschaltungen und Einschränkungen der Kommunikationsnetze erreichen Berichte und Bildmaterial aus dem Iran die Menschenrechtsorganisationen weiterhin nur mit erheblicher Verzögerung. In den vergangenen Tagen wurde unter anderem ein mutmaßlich geleaktes Video veröffentlicht, das zeigen soll, wie Regimeschergen darüber sprechen, auf Anweisung gegen die eigene Bevölkerung vorzugehen und dabei auch tödliche Gewalt anzuwenden. Zugleich wird die Entschlossenheit und der Einfluss der Protestbewegung thematisiert. Eine unabhängige Überprüfung der Echtheit des Videos steht bislang aus. Mit der schrittweisen Wiederherstellung der Kommunikationswege ist jedoch zu erwarten, dass weitere Informationen und bislang unbekannte Belege zu Menschenrechtsverletzungen aus dem Iran bekannt werden.






