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Menschenrechte verteidigen beginnt mit Hinsehen.

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Menschenrechtslage im Iran

Die Islamische Republik Iran ist ein Unrechtsstaat und missachtet systematisch die Rechte ihrer Bürger. Angehörige ethnischer, religiöser und politischer Minderheiten sind im Iran vielfacher Diskriminierungen ausgesetzt. Die IGFM veröffentlicht hier regelmäßig Berichte und informiert über die Menschenrechtssituation im Iran. 

Schmuggel von Haaren iranischer Frauen – kein Ende der Repression

160. Tag der Revolution (seit den Protesten der Basaris im Dezember 2025) 

In der Berichtszeit vom 8. bis 15. Juni 2026 ist die Lage der Menschenrechte im Iran außerordentlich beunruhigend – und auch die Ankündigung eines möglichen „Deals“ der USA mit der Islamischen Republik verbessert nicht die Aussichten. Die IGFM und weitere Menschenrechtsorganisationen dokumentieren weitere politisch motivierte Verhaftungen und eine Zunahme von Hinrichtungen, insbesondere von politischen Gefangenen und Regimekritikern. Gleichzeitig ist die innenpolitische Lage von wachsender Unsicherheit geprägt. Die wirtschaftliche Krise, soziale Spannungen und die Folgen regionaler Konflikte belasten die Bevölkerung immer stärker. Der Internetzugang wurde zwar teilweise wiederhergestellt, aber immer noch sind zahlreiche Plattformen gesperrt und der Zugang zu unabhängigen Informationen ist stark eingeschränkt. Die Kombination aus staatlicher Repression, digitaler Kontrolle und politischer Instabilität verschärft die ohnehin bereits kritische Menschenrechtslage im Land weiter.

Opfer der Islamischen Republik:

Der 58-Jährige Qadirali Ramazani wurde am 9. Januar 2026 in Shahin Shahr in der Provinz Isfahan von der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) erschossen.

Amir Davoudabadi wurde 1980 in Arak in der Provinz Markazi geboren. Er gehörte zu den Zehntausenden, die am 8. und 9. Januar auf die Straße gingen, um zu protestieren. Einige Tage nach den Protesten wurde er verhaftet. Nachdem er einen Monat lang verhört und gefoltert wurde, wurde er Anfang März aus dem Gefängnis entlassen. Kurz vor seiner Entlassung wurden ihm unbekannte Chemikalien in die Hoden injiziert.

Einige Tage später schwoll sein gesamter Körper an und seine Nieren und seine Leber versagten. Seine Familie war gezwungen, ihn von einem Krankenhaus in Arak nach Teheran zu verlegen. Auch dort konnten die Ärzte ihm nicht helfen. Man teilte der Familie daraufhin mit, dass giftige Substanzen in seinen Körper gelangt waren. Amir starb 25 Tage später.

Die 24-jährige Studentin Pardis Mohammadi wurde am Abend des 10. Januar 2026 in der Jaber-Ansari-Straße in Isfahan mit einer Schrotflinte angeschossen und starb noch am Tatort.

In den vergangenen zwei Tagen, am 14. und 15. Juni, wurden in den Gefängnissen von Birjand, Amol, Hamadan und Adel Abad in Schiraz die Urteile gegen fünf Häftlinge vollstreckt, die zuvor in verschiedenen Fällen wegen Drogenvergehen und Mordes zum Tode verurteilt worden waren. Die Hinrichtungen von „gewöhnlichen“ Gefangenen und politischen Gefangenen im Iran nehmen weiter zu und machen das Land laut DeathPenalty.org nach China zum zweitgrößten Vollstrecker der Todesstrafe weltweit.

Willkürliche Festnahmen und Hinrichtung:

Arash Moghani wurde am 8. Januar 2026 in der Provinz Razavi Khorasan in Mashhad von Unbekannten entführt und wird im Vakil-Abad-Gefängnis festgehalten. Ihm wird vorgeworfen, „Proteste angeführt“ zu haben. Als seine Familie ihn besuchen durften, waren sie von den Spuren der Folter, wie den ausgeschlagenen Zähne schokiert.

Der Mathematik-Student Abolfazl Chamani wurde am Montag, dem 1. Juni 2026, von Regimeschergen festgenommen und an einen unbekannten Ort gebracht. Bis jetzt liegen keine Informationen über den Aufenthaltsort, die Gründe für die Festnahme oder die gegen ihn erhobenen Vorwürfe vor.

Ashraf Mohammadi Najafabadi wurde am 19. Februar 2026 vom Geheimdienst der Revolutionsgarden (IRGC) festgenommen, als sie von der Gedenkfeier zum vierzigsten Tag nach dem Tod von Mohammad Mohammadi zurückkehrte. Mohammad Mohammadi war einer der Demonstranten, die bei den Protesten im Januar 2026 in Najafabad getötet worden waren. Nach der Festnahme wurde Ashraf in eines der Haftzentren des Geheimdienstes der Revolutionsgarden gebracht und nach Abschluss der Verhöre in das Dowlatabad-Gefängnis in Isfahan verlegt. Die Umweltaktivistin ist seitdem dort in Haft.

Weitere beunruhigende Informationen:

Aus dem Gesundheitswesen kommen Alarmsignale: Berichten zufolge verlassen mehr Pflegekräfte als zuvor ihren Beruf. Im vergangenen Jahr haben 1.800 Pflegekräfte ihren Arbeitsplatz verlassen: 800 haben gekündigt, 380 sind ausgewandert und 1.600 sind in den Ruhestand getreten. Die Gründe sind unzureichende Bezahlung, obligatorische Überstunden, verspätete Zahlungen und hohe Arbeitsbelastung.

Wie die Nachrichtenagentur „Panorama Armenia“ berichtet, haben armenische Zollbeamte am Grenzübergang Agarak zum Iran 143 Bündel nicht deklarierten Naturhaars mit einem Gewicht von 26 Kilogramm beschlagnahmt. Dies teilte der Staatliche Finanzausschuss (SRC) am Dienstag, dem 9. Juni, mit. Die Ware war in Kissen im Fahrerhaus eines aus dem Iran einreisenden Lastwagens versteckt. Der iranische Fahrer versuchte demnach, die Ware ohne Anmeldung zu schmuggeln, was einen Verstoß gegen die armenischen Zollvorschriften darstellt. Die Versuche, Echthaar illegal einzuführen, nehmen zu. Zwischen Januar und Juni wurden elf Fälle aufgedeckt, bei denen es um insgesamt 621 Bündel mit einem Gewicht von 135,7 Kilogramm ging.

Bisherige Berichte, nach Datum sortiert

Politische Gefangene im Iran sind auf unsere Unterstützung angewiesen. Informieren Sie sich über ihre Schicksale und wie sich Abgeordnete für ihre Freilassung einsetzen.

Parsa Najafi

Parsa Najafi ist Angehöriger der Glaubensgemeinschaft der Bahá’í im Iran und wurde am 6. Juni 2026 in der Stadt Isfahan ohne Anklage festgenommen. Seitdem sitzt er im Gefängnis Dastgerd in Isfahan und erhält keinen anwaltlichen Beistand.

Pejman Zareh

Pejman Zareh, Angehöriger der Bahá'í-Gemeinschaft im Iran, sitzt seit dem 14. März 2026 ohne Anklage in Haft. Fordern Sie mit uns seine Freilassung und den Zugang zu dringend notwendiger medizinischer Versorgung.

Elke Zimmer übernimmt politische Patenschaft

Todesstrafe abgewendet, doch weiterhin in Haft: Die baden-württembergische Landtagsabgeordnete Elke Zimmer (Bündnis 90/Die Grünen) unterstützt die iranische Arbeitsrechtsaktivistin Sharifeh Mohammadi gemeinsam mit der IGFM. Mit der Übernahme einer politischen Patenschaft setzt die Politikerin ein klares Zeichen gegen die drakonische Justiz des iranischen Regimes und fordert die sofortige Freilassung der im Lakan-Gefängnis inhaftierten Mutter.

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