Menschenrechtslage im Iran

Die Islamische Republik Iran ist ein Unrechtsstaat und missachtet systematisch die Rechte ihrer Bürger. Angehörige ethnischer, religiöser und politischer Minderheiten sind im Iran vielfacher Diskriminierungen ausgesetzt. Die IGFM veröffentlicht hier regelmäßig Berichte und informiert über die Menschenrechtssituation im Iran. 

1 – Zwei Frauen wurden wegen ihres Tanzes auf der Straße verhaftet

Wenige Tage vor Nouruz, dem iranischen Neujahrs- und Frühlingsfest am 21. März, versuchen die Menschen im Iran, die iranischen Traditionen und Anlässe am Leben zu erhalten. Sie interessieren sich eher für die iranische Kultur als für den islamischen Glauben. Dieses Jahr fällt das Fest in die Zeit des Fastenmonats Ramadan. So sah das Regime dieses zeitliche Zusammentreffen bereits im Vorfeld kritisch. Einerseits sind die Aktivitäten der Unternehmen streng geregelt. Andererseits gilt Spaß als ein Verbrechen.

Zwei Frauen, deren Namen noch unbekannt sind, wurden verhaftet, weil sie gegen die Normen verstießen und ein Video veröffentlichten, das ihren Tanz in Kostümen im Zusammenhang mit Nouruz in Tadschrisch in Teheran, der Hauptstadt des Iran, zeigte. Dieser Tanz sollte dazu dienen, die iranischen Traditionen aufrechtzuerhalten und ihren Kampf gegen das Regime im Einklang mit den Werten der revolutionären Bewegung „Frau, Leben, Freiheit“ fortzusetzen. Es gibt keine Informationen über ihre Strafen und die aktuelle Lage.

Dies ist eines von vielen Beispielen, die den Kontrast zwischen iranischer und islamischer Kultur im Iran verdeutlichen. Kritiker erkennen darin einen weiteren Grund dafür, dass das Regime der Islamischen Republik keine Legitimität hat, im Iran an der Macht zu bleiben.

2 – Musiker und Tänzer nach Veröffentlichung eines Videos verhört

Im Vorfeld von Nouruz sind eine Musikergruppe und eine Tanzgruppe vorgeladen und verhört worden, weil sie in der Provinz Kermanshah ein Video gedreht hatten. Die Generalabteilung für Kulturerbe der Provinz Kermanshah veröffentlichte eine Erklärung und behauptete, dass es sich bei diesem Video um einen Film handele, der im Widerspruch zu islamischen und kulturellen Werten stehe.

3 – Iranische Sängerin Bita Rasouli kurzzeitig festgenommen

Die 34-jährige iranische Sängerin Bita Rasouli ist am 8. März von Sicherheitskräften festgenommen worden. Sie kam aus der Türkei in den Iran, um an einer privaten Party teilzunehmen. Die Gründe für ihre Verhaftung sind „Tanzen, Singen und die Anwesenheit von Männern als Musiker bei der Feier von Frauen“. Einen Tag später wurde sie gegen Kaution vorläufig freigelassen. Während ihrer Haft wurde sie körperlich und verbal belästigt.

4 – Zwangsschließungen wegen Ramadan

Ramadan ist ein Monat, in dem Muslime aufgrund ihres Glaubens fasten. Seit Jahrzehnten zwingt die Islamische Republik das iranische Volk dazu, außer Haus nichts zu essen und nicht einmal Wasser zu trinken, obwohl zunehmend weniger Menschen im Iran gläubige Muslime sind. Da andererseits viele Iraner nicht fasten, leiden sie unter dieser Politik, die es ihnen weder erlaubt, nach Bedarf einzukaufen, zu essen oder zu trinken, weil die Geschäfte geschlossen sein müssen.

Unternehmen ist es verboten, die Arbeit fortzusetzen, wenn einige Leute fasten. Jedes Jahr schwächeln viele Betriebe deshalb wirtschaftlich.

Mit den Zwangsschließungen setzt die Islamische Republik Iran als theokratisches Regime islamische Regeln gewaltsam durch. Das Regime ignoriert die finanziellen Probleme im Iran und schränkt die Unternehmen und ihre wenigen Möglichkeiten, finanziell am Leben zu bleiben, unter diesem Vorwand ein. Darüber hinaus verpflichteten sich die Geschäftsführer von 80 Gewerkschaften schriftlich zur Einhaltung der Regeln und 135 weitere Gewerkschaften erhielten mündliche Verwarnungen.

Einige Betriebe wurden seit Beginn des Fastenmonats Ramadan polizeilich geschlossen, so zum Beispiel in Jahrom, Provinz Fars. Dort sind zwei Cafés davon betroffen. Ebrahim Firouzi, der Leiter der Bergbauindustrie- und Handelsabteilung von Jahrom, gab an, dass der Grund für diese Schließung die Nichteinhaltung der Scharia-Standards sei. Er fügte hinzu, dass alle Kaffeehäuser im Monat Ramadan bis zur Nacht nicht geöffnet sein dürften.

In Zabol in der Provinz Sistan und Belutschistan wurden fünf Pizzerien und Cafés, die im Monat Ramadan tagsüber geöffnet waren, von der Überwachungsbehörde für öffentliche Plätze geschlossen.

In Dezful, Provinz Khuzestan, wurden fünfzehn Restaurants und Feinkostgeschäfte von der Überwachungsbehörde für öffentliche Plätze wegen Nichtbeachtung der Regeln für den Monat Ramadan geschlossen. Die Polizei folgte damit ihrem Überwachungsplan für öffentliche Plätze und Berufsverbände im Ramadan.

Rostam Gurani, der Direktor der Organisation für Kulturerbe, Tourismus und Kunsthandwerk der Qeschm-Freihandelszone, kündigte die Schließung von zwei Ökotourismuskomplexen auf der Insel Qeschm an, weil dort angeblich Dienstleistungen angeboten würden, die für die Qeschm-Kultur unkonventionell seien.

Bisherige Berichte, nach Datum sortiert

Politische Gefangene im Iran sind auf unsere Unterstützung angewiesen. Informieren Sie sich über ihre Schicksale und wie sich Abgeordnete für ihre Freilassung einsetzen.

Elke Zimmer übernimmt politische Patenschaft

Todesstrafe abgewendet, doch weiterhin in Haft: Die baden-württembergische Landtagsabgeordnete Elke Zimmer (Bündnis 90/Die Grünen) unterstützt die iranische Arbeitsrechtsaktivistin Sharifeh Mohammadi gemeinsam mit der IGFM. Mit der Übernahme einer politischen Patenschaft setzt die Politikerin ein klares Zeichen gegen die drakonische Justiz des iranischen Regimes und fordert die sofortige Freilassung der im Lakan-Gefängnis inhaftierten Mutter.

Politische Gefangene der Iran Revolution

Die Islamische Republik Iran ist ein Unrechtsstaat und missachtet systematisch die Rechte ihrer Bürger. Angehörige ethnischer, religiöser und politischer Minderheiten sind im Iran vielfacher Diskriminierungen ausgesetzt. Die IGFM veröffentlicht hier regelmäßig kurze Portraits von iranischen Zivilisten, die im Zuge der Iran Revolution 2026 willkürlich festgenommen wurden und u.a. die Hinrichtung droht.

Peyvand Naimi

Der 30-jährige Bahá’í Peyvand Naimi wurde ohne Beweise festgenommen und wird unter schwerer Folter sowie Scheinhinrichtungen zu falschen Geständnissen gezwungen. Aufgrund seiner religiösen Identität droht ihm in einem unfairen Verfahren die Todesstrafe, während ihm trotz kritischen Zustands jede medizinische Hilfe verweigert wird.

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