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Menschenrechtslage im Iran

Die Islamische Republik Iran ist ein Unrechtsstaat und missachtet systematisch die Rechte ihrer Bürger. Angehörige ethnischer, religiöser und politischer Minderheiten sind im Iran vielfacher Diskriminierungen ausgesetzt. Die IGFM veröffentlicht hier regelmäßig Berichte und informiert über die Menschenrechtssituation im Iran. 

Zwischen Hinrichtungen und Hunger


60 Menschen in vier Wochen hingerichtet

231. Tag der Revolution

Berichtszeitraum: 11. August 2026 bis heute (26. August)

In den vergangenen zwei Wochen hat sich die staatliche Repression im Iran weiter verschärft. Zudem ist die Bevölkerung einer zunehmenden wirtschaftlichen Belastung ausgesetzt. Besonders die Zahl der Hinrichtungen gibt Anlass zur Sorge. Menschenrechtsorganisationen berichten von zahlreichen vollstreckten Todesurteilen, darunter auch gegen Personen, die im Zusammenhang mit den Protesten verurteilt wurden. Zwischen dem 23. Juli und dem 22. August 2026 wurden 60 Menschen hingerichtet, darunter drei Frauen und ein Jugendlicher. Zwei dieser Hinrichtungen fanden öffentlich statt, das heißt vor anderen Menschen. Darüber hinaus wurden elf neue Todesurteile ausgesprochen und sieben bereits bestehende Todesurteile vom Obersten Gerichtshof bestätigt.

Im letzten Jahr (iranischer Kalender) wurden bereits mehr als 900 Hinrichtungen dokumentiert, wobei die tatsächliche Zahl aufgrund fehlender offizieller Angaben vermutlich höher liegt. Gleichzeitig verschärfen Inflation, steigende Lebensmittelpreise und der Wertverlust der iranischen Währung die Lebensbedingungen vieler Menschen. Im Juli lag die Inflation laut aktuellen Berichten bei rund 66 Prozent, während die Preise für Lebensmittel noch deutlich stärker stiegen. Die wirtschaftliche Krise trifft damit zunehmend Haushalte, deren Einkommen mit den steigenden Kosten nicht Schritt halten kann. Der folgende Bericht gibt einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen im Iran vom 10. bis zum 24. August 2026.

Opfer der Islamischen Republik: Gewalt und Todesfälle

Die 45-jährige Azam Ashrafi wurde am 9. Januar in Isfahan durch Schüsse der Unterdrückungskräfte der Islamischen Republik getötet. Sie war die Hauptverdienerin der Familie und Mutter von zwei Kindern. 

Der 30-jährige Shayan Azadi wurde am 8. Januar in Karaj in der Provinz Alborz durch direkte Schüsse von Regierungstruppen getötet.

Der 13-jährige Arash Aghaali wurde am 9. Januar 2026 im Teheraner Stadtteil Behesht-e Zahra, in Islamshahr, von Regimekräften mit einer Kugel aus nächster Nähe tödlich ins Herzen getroffen.

Willkürliche Festnahmen und Hinrichtung:

Qaem (Arian) Hosseini, einer der während der Proteste im Januar 2026 in Isfahan Festgenommenen, wurde am Donnerstag, dem 20. August 2026, hingerichtet. Er war in dem als „Isfahan-Ali-Khan-Platz“-Fall bekannten Verfahren vor Gericht gestellt und zum Tode verurteilt worden. Die Todesurteile gegen die vier weiteren Angeklagten in diesem Fall, Abolfazl Sepahi, Amirhossein Safari, Erfan Esfandiari und Gol Mohammad Mohammadi, waren zuvor bereits vollstreckt worden.

Abbas Vahedian Shahroudi ist ein politischer Gefangener, der zu 23 Jahren Haft verurteilt wurde und bereits rund sieben Jahre seiner Strafe verbüßt hat. Er leidet unter mehreren gesundheitlichen Problemen, darunter Bluthochdruck sowie Erkrankungen der Zähne und des Zahnfleisches. Die Kosten für Medikamente und medizinische Behandlung stellen für den dreifachen Vater eine zusätzliche Belastung dar, zumal er außerhalb des Gefängnisses nur von seiner Schwester unterstützt wird, die diese Kosten finanziell nicht tragen kann.

Hamid Najaran Yazdi befindet sich als politischer Gefangener im Vakilabad-Gefängnis. Die Dauer seiner Haft ist bislang ungeklärt. Diese Ungewissheit stellt sowohl für ihn als auch für seine Familie eine erhebliche psychische Belastung dar. Zugleich befindet sich seine Familie in einer schwierigen finanziellen Lage und ist dringend auf Unterstützung angewiesen.

Mahboube Shabani wurde am 2. Februar 2026 im Zusammenhang mit den landesweiten Protesten in Mashhad von Regimeschergen festgenommen und befindet sich seitdem auf unbestimmte Zeit im Vakilabad-Gefängnis in Mashhad (Provinz Razavi Khorassan) in Haft. Ihr wird vorgeworfen, operative Aktivitäten zur Stärkung Israels durchgeführt zu haben. Ihr Fall wird derzeit vom Revolutionsgericht in Mashhad geprüft. Aus Protest gegen die schlechten Haftbedingungen, die unbestimmte Dauer des Verfahrens und die mangelnde medizinische Versorgung befindet sie sich seit dem 20. August 2026 im Hungerstreik.

Weitere Vorfälle aus dem Iran: 

Eine aktuelle Untersuchung zur Sozialversicherungsklinik Abu Rayhan in Teheran zeigt die zunehmenden Schwierigkeiten einkommensschwacher Versicherter, Zugang zu medizinischer Versorgung zu erhalten. Viele Betroffene können die Behandlungskosten nicht bezahlen und berichten zudem von Verzögerungen bei der Auszahlung ihrer Löhne. Gleichzeitig sind die Kapazitäten der staatlichen Einrichtungen begrenzt, während private Behandlungen für viele Menschen unerschwinglich bleiben. Dadurch wird eine angemessene medizinische Versorgung für finanziell benachteiligte Versicherte zunehmend schwer erreichbar.

Am Sonntag, dem 23. August, fanden in mehreren Städten Protestkundgebungen statt: Eine Gruppe von Rentnern der Sozialversicherung in den Städten Schusch, Kermanshah und Rascht, eine Gruppe von pensionierten Lehrkräften, Rentnern der Sozialversicherung und Rentnern der Telekommunikationsbranche in Teheran, eine Gruppe von Rentnern der Stahlindustrie in Isfahan sowie eine Gruppe von Betroffenen des Falls der Lkw-Importunternehmen in Teheran. Darüber hinaus veranstaltete eine Gruppe von Rentnern und Grundbesitzern der Shafarud-Gesellschaft in Bandar Anzali eine Protestkundgebung. Die mindestens sieben Kundgebungen im ganzen Land zeigen, dass die Iranerinnen und Iraner trotz Unterdrückung, Zensur und ständiger schwerwiegender Drohungen seitens des islamischen Regimes weiterhin ihre Rechte einfordern.

Bisherige Berichte, nach Datum sortiert

Politische Gefangene im Iran sind auf unsere Unterstützung angewiesen. Informieren Sie sich über ihre Schicksale und wie sich Abgeordnete für ihre Freilassung einsetzen.

Politische Gefangene der Iran Revolution

Nach den Massenprotesten im Iran Anfang 2026 kam es zu massiven Gräueltaten von iranischen Regimekräften mit zehntausenden getöteten Zivilisten. Die IGFM veröffentlicht auf dieser Seite kurze Portraits von iranischen Zivilisten, die im Zuge der Iran Revolution 2026 willkürlich festgenommen wurden und u.a. die Hinrichtung droht. Oftmals ist nur wenig Information vorhanden.

Peyvand Naimi

Der Bahá’í Peyvand Naimi wurde ohne Beweise festgenommen und wird unter schwerer Folter sowie Scheinhinrichtungen zu falschen Geständnissen gezwungen. Aufgrund seiner religiösen Identität droht ihm in einem unfairen Verfahren die Todesstrafe, während ihm trotz kritischen Zustands jede medizinische Hilfe verweigert wird.

Borna Naimi

Der Karate-Sportler Borna Naimi wurde aufgrund seiner Bahá’í-Zugehörigkeit inhaftiert und durch Elektroschocks, Scheinhinrichtungen sowie Drohungen gegen seine kleine Tochter zu einem falschen Geständnis gezwungen. Ohne Beweise oder rechtlichen Beistand droht dem Familienvater nun die Todesstrafe, während ihm die notwendige medizinische Behandlung seiner Folterverletzungen verweigert wird.

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