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Ljubow Lisunowa

Ljubow ist eine junge Aktivistin aus Tschita. Sie wurde im April 2024 wegen eines Antikriegs-Graffiti zu mehr als drei Jahren Haft in einer Strafkolonie verurteilt.

Schülerin wegen Antikriegs-Graffiti zu mehr als drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt

Ljubow Witaljewna Lisunowa
Geburtsdatum: 13. Juli 2006

Festnahme: 31. Oktober 2022 in Tschita, Russland

Inhaftiert in: Strafkolonie IK-7, Ulan-Ude, Republik Burjatien, Russland

Vorwurf: u.a. „Vandalismus, Anstiftung zum Extremismus, Beiträge in Telegram-Kanälen über Antikriegsproteste“

Urteil: Drei Jahre und sechs Monate Strafkolonie

Ljubow Lisunowa ist eine junge Aktivistin aus Tschita, die zum Zeitpunkt ihrer Festnahme noch Schülerin war. Gemeinsam mit Alexander Sneschkow wurde sie wegen eines Antikriegs-Graffitis und ihrer Aktivitäten in Telegram-Kanälen festgenommen und verurteilt. Es gibt keine Hinweise darauf, dass sie Gewalttaten begangen oder einer bewaffneten Gruppe angehört hat.

Festnahme und Verurteilung
Ljubow Lisunowa wurde am 31. Oktober 2022 gemeinsam mit Alexander Sneschkow und Wladislaw Wischnjewski in Tschita festgenommen. Anlass war das Graffiti „Tod dem Regime“, das auf die Wand eines verlassenen Garagenkomplexes gesprüht worden war. Die Behörden warfen ihr darüber hinaus öffentliche Aufrufe zum Extremismus und die Rechtfertigung von Terrorismus vor.  Grundlage dafür waren Beiträge in Telegram-Kanälen, die sich u.a. mit Antikriegsprotesten, Tierrechtsaktivismus und Kritik an den Behörden befassten.

Zunächst beschränkten die Behörden ihre Reisemöglichkeiten, anschließend wurde Ljubow unter Hausarrest gestellt. Im April 2024 wurde sie in Untersuchungshaft genommen, weil sie angeblich gegen die Auflagen des Hausarrests verstoßen hatte, indem sie zwei Stunden verspätet nach Hause zurückkehrte.

Am 25. April 2024 verurteilte das 1. Östliche Militärgericht Ljubow Lisunowa zu drei Jahren und sechs Monaten Haft in einer Strafkolonie. Alexander Sneschkow erhielt sechs Jahre Haft, während Wladislaw Wischnjewski zu Zwangsarbeit verurteilt wurde. Der Vandalismusvorwurf gegen Ljubow wurde eingestellt, da sie zum Zeitpunkt der Tat minderjährig war und die entsprechenden Fristen abgelaufen waren. Dennoch wurde sie wegen der Extremismus- und Terrorismusvorwürfe verurteilt.

Im November 2024 bestätigte ein Berufungsgericht das Urteil. Nach ihrem 18. Geburtstag wurde sie aus einer Jugendstrafkolonie in eine Strafkolonie für Erwachsene verlegt. Heute befindet sie sich in der Strafkolonie IK-7 in Ulan-Ude.

Stand: Juli 2026

So können Sie Ljubow helfen:

Post an politische Gefangene ist oft ein wirksamer Schutz gegen Misshandlungen, denn die Post zeigt dem Gefängnispersonal und den Behörden, dass ein Gefangener im Ausland bekannt ist. Den politischen Gefangenen hilft das Wissen, in der Welt nicht vergessen zu sein.

Die belarusische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja sagte der IGFM: „Schreibt Briefe, schreibt an die politischen Gefangenen. Sie freuen sich zum Teil wirklich wie kleine Kinder, wenn sie Post bekommen, man kann es sich kaum vorstellen. Es ist enorm wichtig. Nehmt Euch vor: Einmal in der Woche schreibt jeder eine Karte, damit die Menschen wissen, dass sie nicht vergessen werden“

Deshalb: Schreiben Sie aufmunternde Worte direkt an Ljubow Witaljewna Lisunowa. Der Brief sollte auf russisch verfasst werden, um die Zensur zu passieren.

670000, г. Улан-Удэ, ул. Пристанская, д. 4а
ФКУ ИК-7 УФСИН России по Республике Бурятия
Лизуновой Любови Витальевне, 2006 г. р.

Wie schreibe ich einem Gefangenen?

Bitte schreiben Sie an die Botschaft der Russischen Föderation und die russische Ombudsfrau (sog. „Menschenrechtbeauftragte“). Fordern Sie die sofortige und bedingungslose Freilassung der/s Gefangenen. 

Russische Botschaft in Deutschland
Botschafter: S. E. Herr Sergej J. Netschajew
Botschaft der Russischen Föderation
Unter den Linden 63-65
10117 Berlin
E-Mail:  [email protected] 

Ombudsfrau der Russischen Föderation
Jana Lantratowa / Yana Lantratova
Smolenskij bulvar, d. 19, str. 2
119121 Moskau
Russland
 

Anmerkung: Briefe an die russische Ombudsfrau sollten auf russisch verfasst werden.  

Betreff: „Bitte um die unverzügliche Freilassung von Ljubow Witaljewna Lizunowa“ 

Sehr geehrter Herr Botschafter Netschajew/ Sehr geehrte Ombudsfrau Lantratowa, 

ich schreibe Ihnen, um Sie auf die willkürliche Gefangenschaft der russischen Zivilistin Ljubow Witaljewna Lizunowa (geb. 13. Juli 2006) aufmerksam zu machen, die am 31. Oktober 2022 in Tschita, Russland im Alter von 16 Jahren unschuldig festgenommen wurde. 

Die zum Strafverfahren 16 jährige Schülerin Ljubow Witaljewna Lizunowa wurde wegen eines Antikriegs-Graffitis und ihrer Aktivitäten in Telegram-Kanälen verfolgt. Am 25. April 2024 verurteilte das 1. Östliche Militärgericht Ljubow Lizunowa zu drei Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe in einer Strafkolonie. Nach ihrem 18. Geburtstag wurde sie aus einer Jugendstrafkolonie in eine Strafkolonie für Erwachsene verlegt. Heute befindet sie sich in der Strafkolonie IK-7 in Ulan-Ude. Während ihrer Haft schloss sie die 11. Klasse ab und erhielt ihr Schulabschlusszeugnis.

Ich fordere daher:

  • die sofortige Freilassung von Ljubow Witaljewna Lizunowa,
  • die Aufhebung des Urteils und die Einstellung aller Verfahren gegen sie,
  • sowie die Achtung ihrer grundlegenden Menschen- und Freiheitsrechte.

Bitte setzen Sie sich für eine humane und rechtsstaatliche Behandlung aller politischen Gefangenen in der Russischen Föderation ein.

Hochachtungsvoll,

Machen Sie in den sozialen Medien auf Ljubow aufmerksam und nutzen Sie diese Hashtags:

#Ljubow_Lisunowa #Liubov_Lizunova #Любовь_Лизунова
#freeallpoliticalprisoners

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Weitere politische Gefangene in Russland

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Walery Perow wurde im Oktober 2023 von als Elektriker getarnten FSB-Beamten festgenommen und wegen angeblicher Kontakte zur „Legion Freiheit Russlands“ sowie öffentlicher Rechtfertigung von Terrorismus angeklagt. Trotz seiner Bestreitung der Vorwürfe und erheblicher Zweifel an der Beweislage wurde er zu elf Jahren Haft, einer Geldstrafe und einem Jahr Bewährung nach seiner Entlassung verurteilt.

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Der junge ukrainische Soldat wurde nach Gefangennahme in Russland strafrechtlich u.a. wegen angeblichem Extremismus angeklagt. Aufgrund dieser strafrechtlichen Verfolgung zählen wir ihn zu inhaftierten politischen Gefangenen in Russland und nicht zu Kriegsgefangenen, wie andere inhaftierte ukrainische Soldaten. Dmytro wurde unrechtmäßig zu 29 Jahren und 4 Monaten in einem Hochsicherheitsgefängnis verurteilt.

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