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Maksim Lypkan

Maksim aus Moskau wurde im Februar 2023 festgenommen, weil er sich öffentlich gegen den russischen Krieg gegen die Ukraine positioniert hatte. Statt einer Haftstrafe wurde er in eine psychiatrische Klinik eingewiesen, ohne dass es legitime Gründe dafür gibt.

Antikriegsaktivist in eine psychiatrische Klinik zwangseingewiesen

Maksim Lypkan
Geburtsdatum: 10. Februar 2005

Festnahme: Februar/März 2023

Inhaftiert in: Psychiatrisches Krankenhaus des Moskauer Gebiets

Vorwurf: Teilnahme und Organisation von Demonstrationen, Verbreitung von „Falschinformationen über die russische Armee“

Urteil: Zwangseinweisung in eine psychiatrische Klinik

Maxim Lypkan steht in Russland vor Gericht, weil er Informationen über einen angeblichen russischen Militärangriff auf eine ukrainische Entbindungsstation in sozialen Medien geteilt hat. Er wird beschuldigt, „Falschinformationen über die russische Armee" verbreitet zu haben – ein Verstoß gegen die strengen russischen Zensurgesetze zum Ukraine-Krieg. Maxim, der sich als Teenager politisch bei der liberalen Partei Jabloko engagierte und Prozesse zur Verbannung der Menschenrechtsorganisation Memorial verfolgte, entwickelte früh eine klare Anti-Kriegs-Position: „Ich betrachte den Krieg gegen die Ukraine als einen Verrat Russlands. Die Opfer des ukrainischen Volkes in Charkiw, Butscha und anderen Städten haben mich tief bewegt und meinen Entschluss zum Protest ausgelöst."

Festnahme und Verfahren
Kurz nach seinem 18. Geburtstag wurde Maksim im Februar 2023 festgenommen, nachdem er eine Protestaktion zum Jahrestag der Invasion plante. Neben seinen Telegram-Posts und einem Interview mit Radio Free Europe/Radio Liberty über seine Kriegsablehnung führten diese Aktivitäten zu seiner Verhaftung. In der Untersuchungshaft erlebte Maxim zunächst Drohungen von Mitinsassen, wurde aber in eine andere Zelle verlegt.

Am 19. Februar 2024 entschied ein Gericht in der Region Moskau, Maxim Lypkan nicht zu einer Haftstrafe zu verurteilen, sondern ihn auf Grundlage eines willkürlichen psychiatrischen Gutachtens zur Zwangsbehandlung in eine geschlossene psychiatrische Einrichtung einzuweisen. Das Gericht erklärte ihn für teilweise schuldunfähig und stellte das Strafverfahren ein. Im Juni 2024 bestätigte ein Berufungsgericht diese Entscheidung. Wie lange Maxim in der psychiatrischen Klinik bleiben muss, ist nicht bekannt.

Stand: Juli 2026

So können Sie Maksim helfen:

Post an politische Gefangene ist oft ein wirksamer Schutz gegen Misshandlungen, denn die Post zeigt dem Gefängnispersonal und den Behörden, dass ein Gefangener im Ausland bekannt ist. Den politischen Gefangenen hilft das Wissen, in der Welt nicht vergessen zu sein.

Die belarusische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja sagte der IGFM: „Schreibt Briefe, schreibt an die politischen Gefangenen. Sie freuen sich zum Teil wirklich wie kleine Kinder, wenn sie Post bekommen, man kann es sich kaum vorstellen. Es ist enorm wichtig. Nehmt Euch vor: Einmal in der Woche schreibt jeder eine Karte, damit die Menschen wissen, dass sie nicht vergessen werden"

Deshalb: Schreiben Sie aufmunternde Worte direkt an Maksim Lypkan. Der Brief sollte auf russisch verfasst werden, um die Zensur zu passieren.

 142360, Московская областьгородской округ Чехов, п. Мещерскоестр. 39, к. 21, ГБУЗ МО «МОПБ имени В. И. Яковенко» 

Wie schreibe ich einem Gefangenen?

Bitte schreiben Sie an die Botschaft der Russischen Föderation und die russische Ombudsfrau (sog. „Menschenrechtbeauftragte“). Fordern Sie die sofortige und bedingungslose Freilassung der/s Gefangenen. 

Russische Botschaft in Deutschland
Botschafter: S. E. Herr Sergej J. Netschajew
Botschaft der Russischen Föderation
Unter den Linden 63-65
10117 Berlin
E-Mail:  [email protected] 

Ombudsfrau der Russischen Föderation
Jana Lantratowa / Yana Lantratova
Smolenskij bulvar, d. 19, str. 2
119121 Moskau
Russland
 

Anmerkung: Briefe an die russische Ombudsfrau sollten auf russisch verfasst werden.  

Betreff: „Bitte um die unverzügliche Freilassung von Maksim Lypkan“ 

Sehr geehrter Herr Botschafter Netschajew/ Sehr geehrte Ombudsfrau Lantratowa, 

ich schreibe Ihnen, um Sie auf die willkürliche Gefangenschaft des russischen Staatsbürgers  Maksim Lypkan (geb. 10. Februar 2005) aufmerksam zu machen, der zwischen Februar und März 2023 unschuldig festgenommen. 

Am 19. Februar 2024 entschied das Gericht in der Region Moskau, Maksim Lypkan aufgrund eines angeblichen psychiatrischen Gutachtens zur Zwangsbehandlung in eine geschlossene psychiatrische Einrichtung einzuweisen.  Im Juni 2024 bestätigte ein Berufungsgericht diese Entscheidung. Menschenrechtsorganisationen betrachten Maksim Lypkan weiterhin als politischen Gefangenen. Sie kritisieren insbesondere die Anwendung von Zwangspsychiatrie gegen einen jungen Antikriegsaktivisten und sehen darin eine besorgniserregende Entwicklung im Umgang der russischen Behörden mit Kriegsgegnern.

Ich fordere daher:

  • die sofortige Freilassung von Maksim Lypkan,
  • die Aufhebung des Urteils und die Einstellung aller Verfahren gegen ihn,
  • sowie die Achtung ihrer grundlegenden Menschen- und Freiheitsrechte.

Bitte setzen Sie sich für eine humane und rechtsstaatliche Behandlung aller politischen Gefangenen in der Russischen Föderation ein.

Hochachtungsvoll,

Machen Sie in den sozialen Medien auf Maksim aufmerksam und nutzen Sie diese Hashtags:

#MaksimLypken
#freeallpoliticalprisoners

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Weitere politische Gefangene in Russland

Walery Perow

Walery Perow wurde im Oktober 2023 von als Elektriker getarnten FSB-Beamten festgenommen und wegen angeblicher Kontakte zur „Legion Freiheit Russlands“ sowie öffentlicher Rechtfertigung von Terrorismus angeklagt. Trotz seiner Bestreitung der Vorwürfe und erheblicher Zweifel an der Beweislage wurde er zu elf Jahren Haft, einer Geldstrafe und einem Jahr Bewährung nach seiner Entlassung verurteilt.

Dmytro Kutscherjawij

Der junge ukrainische Soldat wurde nach Gefangennahme in Russland strafrechtlich u.a. wegen angeblichem Extremismus angeklagt. Aufgrund dieser strafrechtlichen Verfolgung zählen wir ihn zu inhaftierten politischen Gefangenen in Russland und nicht zu Kriegsgefangenen, wie andere inhaftierte ukrainische Soldaten. Dmytro wurde unrechtmäßig zu 29 Jahren und 4 Monaten in einem Hochsicherheitsgefängnis verurteilt.

Walerij Saizew

Walerij Saizew wurde im Alter von 14 Jahren während einer Tuberkulosebehandlung festgenommen und wegen angeblicher terroristischer Aktivitäten sowie mutmaßlicher Unterstützung der ukrainischen Asow-Einheit angeklagt. In einem nicht öffentlichen Verfahren vor einem Militärgericht wurde er am 16. August 2024 zu vier Jahren und sechs Monaten Haft in einer Jugendstrafkolonie verurteilt.

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