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Bürgerrechtsaktivistin: Saba Kord Afshari

Saba Kord Afshari

Die iranische Bürgerrechtsaktivistin wurde im August 2019 vom islamischen Revolutionsgericht in Teheran zu 24 jahren Haft verurteilt

Die iranische Bürgerrechtsaktivistin Saba Kord Afshari wurde im August 2019 vom islamischen Revolutionsgericht in Teheran zu 24 Jahren Haft verurteilt, weil sie sich gegen den Verschleierungszwang einsetzte.

Iranische Bürgerrechtlerin muss für 24 Jahre ins Gefängnis – weil sie in der Öffentlichkeit kein Kopftuch getragen hat

Saba Kord Afshari wurde 1998 geboren und lebt mit ihren Eltern in Teheran. Als Bürgerrechtsaktivistin setzt sie sich gegen die gesetzlich erzwungene Verschleierung im Iran ein. Saba wurde durch das Islamische Revolutionsgericht in Teheran im August 2019 wegen „Förderung von Verderbenstiften und Prostitution”, “illegale[r] Versammlung” , und “Propaganda gegen das Regime” zu 24 Jahren Haft verurteilt. Der eigentliche Grund liegt darin, dass sie ihren Hijab in der Öffentlichkeit abgelegt hat. Nach iranischem Strafrecht muss (theoretisch) nur die längste Haftstrafe verbüßt werden.

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Saba wurde zum ersten Mal verhaftet, als sie an einer friedlichen Protestversammlung im August 2018 in Teheran teilnahm. Sie wurde in das Qarchak- Gefängnis gebracht, das für seine unmenschlichen und erniedrigenden Verhältnisse bekannt ist. Während der Verhöre wurde sie wiederholt unter Druck gesetzt, Video-Geständnisse abzulegen. Das Geheimdienstministerium verhaftete sogar ihre Mutter, um weiteren Druck auszuüben und sie zu falschen Geständnissen zu zwingen. Daraufhin wurde sie wegen “Störung der öffentlichen Ordnung “ zu einem Jahr Haft verurteilt und in die Frauenabteilung des Evin-Gefängnisses gebracht. Saba wurde im Februar 2019 freigelassen.

Anfang Juni 2019 wurde sie erneut verhaftet und nach einer Weile in das Evin-Gefängnis, das sich unter der Kontrolle der Revolutionsgarden befindet, gebracht und unter Druck gesetzt, Geständnisse abzulegen. Anschließend wurde sie nach Qarchak zurückgebracht und schließlich am 13. August 2019 in die Frauenabteilung von Evin verlegt. Mehrere Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch und die Internationale Liga für Menschenrechte verurteilten das Vorgehen gegen Saba. Auch das Außenministerium der Vereinigten Staaten prangerte das Urteil gegen Kord Afshari an. Der Zugang zu einem Anwalt wurde ihr verweigert.

Langjähriger ziviler Widerstand gegen Gender-Apartheid im Iran

Seit der Revolution im Jahr 1979 leiden Frauen unter diskriminierenden Gesetzen und Verhaltensweisen, die versuchen, ihr soziales Auftreten einzuschränken. Der obligatorische Schleier ist einer davon. Iranische Frauen versuchen seit vier Jahrzehnten durch friedliche Aktivitäten diese Gesetze herauszufordern und riskieren dafür drakonische Strafen. In der Islamischen Republik gibt es keine schriftlichen Gesetze über den obligatorischen Hijab, aber in der Praxis werden Kopftücher und eine islamische Kleiderordnung von einem Netz verschiedener Strafverfolgungsbehörden durchgesetzt.

Eine sogenannte Sittenpolizei überwacht die Straßen, um Frauen zu stoppen und sie wegen des Verstoßes gegen die ungeschriebenen Hijab-Regeln zu ermahnen oder zu verhaften. Im September 2019 verurteilte das islamische Revolutionsgericht drei weitere Frauenrechtsaktivistinnen im Iran zu 16 Jahren Haft wegen des Ablegens des obligatorischen Schleiers.

Haftadresse

Post an politische Gefangene ist oft ein wirksamer Schutz gegen Misshandlungen, denn die Post zeigt dem Gefängnispersonal und den Behörden, dass ein Gefangener im Ausland bekannt ist. Politischen Gefangenen hilft das Wissen, in der Welt nicht vergessen zu sein. Deshalb: Schreiben Sie aufmunternde Worte direkt an Saba Kord Afshari ins Evin-Gefängnis. Porto: Brief International bis 20 g aus Deutschland: 1,10 Euro

To Ms. Saba Kord Afshari

Evin Prison
Kachoui Alley
Tehran
Islamic Republic of Iran

Wie schreibe ich einem Gefangenen?

Bitte kontaktieren Sie die iranischen Botschaften per Post oder Telefon:

Bitte schreiben Sie an das iranische Staatsoberhaupt, Ayatollah Sayed Ali Khamenei, an den Präsidenten Irans, Hassan Rohani, und an die Botschaften des Iran. Fordern Sie die sofortige und bedingungslose Freilassung der Bürgerrechtsaktivistin:

Hier finden Sie die Appell-Adressen für den Iran

Wie schreibe ich einen Appell

Appellvorschlag

Sehr geehrter Herr …

ich schreibe Ihnen, um sie auf die willkürliche Gefangenschaft der iranischen Bürgerrechtsaktivistin Saba Kord Afshari aufmerksam zu machen.

Sie ist im August 2019 durch das Islamische Revolutionsgericht in Teheran zu 24 Jahren Haft verurteilt worden. Ihr wird „Förderung von Verderbenstiften und Prostitution”, “illegale Versammlung” und “Propaganda gegen das Regime” vorgeworfen. Der eigentliche Grund der Verhaftung liegt jedoch darin, dass sie ihr Kopftuch in der Öffentlichkeit abgelegt hat. Damit hat sie lediglich friedlich ihr Recht auf Meinungsfreiheit wahrgenommen und sich für die Aufhebung des Verschleierungszwanges eingesetzt.

Mehrere Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch und die Internationale Liga für Menschenrechte verurteilten das Vorgehen gegen Frau Saba Kord Afshari. Auch das Außenministerium der Vereinigten Staaten prangerte das Urteil gegen Kord Afshari an. Der Zugang zu einem Anwalt wurde ihr verweigert.

Ich appelliere an Sie, die Bürgerrechtsaktivistin Saba Kord Afshari umgehend und ohne Auflagen frei zulassen. Nach internationalen Rechtsstandards hat sie in keiner Weise eine strafbare Handlung begangen, sondern im Gegenteil lediglich das Menschenrecht auf Meinungsfreiheit ausgeübt. Dieses Recht garantiert auch der Iran, u.a. in völkerrechtlich bindenden Verträgen wie dem internationalen Pakt für bürgerliche und politische Rechte.

Während der Verhöre wurde sie wiederholt unter Druck gesetzt Video-Geständnisse abzulegen. Das Geheimdienstministerium verhaftete zusätzlich ihre Mutter, um weiteren Druck auszuüben und sie zu falschen Geständnissen zu zwingen.

Ich appelliere an Sie, die Haftbedingungen in einem transparenten Verfahren zu untersuchen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Ich danke Ihnen für Ihr Verständnis und bitte Sie herzlich, mir zu schreiben, was Sie unternehmen werden.

Hochachtungsvoll