Todesurteil für Ali Zarei

IGFM: Nach Rückkehr aus Deutschland: Todesurteil für Ali Zarei
Erst schossen sie ihm in die Augen – Jetzt wollen sie ihn töten!
Teheran/ Frankfurt am Main – Die Justiz der islamischen Republik Iran hat den 27-jährigen iranischen Aktivisten Ali Zarei Doozdarrehsi gestern zum Tode verurteilt. Bereits im Jahr 2022 wurde ihm von Regimeschergen ins Auge geschossen, worauf er zur medizinischen Behandlung nach Deutschland kam. Hier beteiligte er sich offen an Demonstrationen gegen die Islamische Republik Iran und kehrte Anfang des Jahres 2026 wieder in den Iran zurück. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) verurteilt aufs Schärfste diese geplante Tötung und warnt vor hunderten weiteren Hinrichtungen.
Ali Zarei stammte ursprünglich aus Provinz Ardabil und lebte zuletzt in Teheran. Während der Proteste gegen die Islamische Republik wurde er am 7. Oktober 2022 durch den Beschuss bewaffneter Einheiten schwer verletzt und verlor sein rechtes Auge. Später schrieb er auf seinem Instagram-Profil den Satz: „Mein Auge opfere ich für die Freiheit meines Landes.“ Aufgrund seiner Verletzungen verlor er zudem seine Arbeit und musste den Iran verlassen, um eine medizinische Behandlung zu erhalten.
Während seines Aufenthalts im Ausland nahm Zarei an verschiedenen Veranstaltungen und Kundgebungen teil und äußerte sich offen zu den Menschenrechtsverletzungen in seinem Heimatland. Dann kehrte er aus persönlichen Gründen in den Iran zurück. Nach vorliegenden Informationen wurde er unmittelbar nach seiner Einreise vom Geheimdienstministerium der Islamischen Republik festgenommen. Während der Haft stand er Berichten zufolge unter erheblichem Druck, weigerte sich jedoch, seinen Überzeugungen abzuschwören.
„Die Verhaftung von Ali Zarei zeigt erneut, dass die Islamische Republik selbst vor den Opfern ihrer eigenen Gewalt nicht haltmacht“, betont die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM).
Die IGFM erinnert daran, dass zahlreiche Teilnehmer der Protestbewegung „Frau, Leben, Freiheit“ durch gezielte Schüsse staatlicher Einheiten schwere Augenverletzungen erlitten haben. Menschenrechtsorganisationen haben hunderte Fälle dokumentiert, in denen Demonstrierende durch Schrotmunition oder ähnliche Geschosse teilweise oder vollständig erblindeten. Auch in den Jahren nach den Protesten wurden Betroffene wiederholt bedroht, verhört oder festgenommen.




