Zohreh Sayadi

Die Literatur-Absolventin und Kinderrechtsaktivistin Zohreh Seyadi wurde im Dezember 2019 in Teheran von Sicherheitskräften willkürlich verhaftet und 2022 trotz Krebserkrankung zu einem Jahr Haft verurteilt.

Krebspatientin zu einem Jahr Haft verurteilt

Zohreh Sayadi
Geburtsdatum: –

Festnahme: Dezember 2019

Vorwurf: „Handeln gegen die nationale Sicherheit“ „Störung der Ordnung“

Urteil: 1 Jahr Haft

Die Literatur-Absolventin und Kinderrechtsaktivistin Zohreh Sayadi wurde im Dezember 2019 in Teheran von Sicherheitskräften willkürlich verhaftet. Die Anklage lautete „Handeln gegen die nationale Sicherheit“ und „Störung der Ordnung“. Im Jahr 2022 verurteilte sie das Teheraner Revolutionsgericht zu einem Jahr Haft. Zohreh legte erfolglos Berufung gegen ihr Urteil ein. Es ist davon auszugehen, dass der Grund für Zohrehs willkürliche Verhaftung ihre Unterstützung von Demonstranten ist, denen sie Lebensmittel, Wasser und Kleidung gab. Zohreh Sayadi kämpfte für Arbeiter- und Waisenrechte von undokumentierten Kindern und setzte sich für die Alphabetisierung von Frauen und Waisen ein.

Im August 2023 wurde Zohreh bereits kurzzeitig aus dem Gefängnis entlassen. Zuletzt wurde die Gefängnisstrafe gegen sie im Juni 2025 vorübergehend ausgesetzt, damit sie sich einer Behandlung gegen ihren Krebs unterziehen kann.

Trotz Darmkrebs keine angemessene medizinische Versorgung
Obwohl sie an Darmkrebs leidet und eine Chemotherapie benötigt, wurde Zohreh Sayadi im Mai 2023 ins Evin-Gefängnis verlegt, um ihre Haftstrafe zu verbüßen. Der zuständige Gerichtsmediziner stellte ihr hierfür keine „Haftunfähigkeitsbescheinigung“ aus. Berichten zufolge erhält Zohreh im Gefängnis trotz ihrer Krankheit keine angemessene medizinische Versorgung. Ihr wird lediglich eine Injektion in der Gefängnisklinik verabreicht, so dass sich ihr Zustand rapide verschlechtert hat. Ihr Vater drängt die Behörden, die Haftstrafe seiner Tochter aufzuheben oder zumindest damit zu warten, bis Zohreh ihre Behandlung vollendet hat.

Missachtung der Gesundheit von Inhaftierten
Die Verweigerung einer angemessenen medizinischen Versorgung und die Missachtung der Gesundheit von Gefangenen durch Sicherheitsbeamte führte nach Informationen der IGFM wiederholte Male zum Tod und zu langfristigen Schäden von Inhaftierten.  Zahra Bani Yaghoub, Zahra Kazemi, Ebrahim Lotfollahi, Sattar Beheshti, Kavous Seyed-Emami und Hoda Saber gehören zu den vielen Menschen, die in Haft starben.

Stand: Juli 2025

So können Sie Zohreh helfen:

Post an politische Gefangene ist oft ein wirksamer Schutz gegen Misshandlungen, denn die Post zeigt dem Gefängnispersonal und den Behörden, dass ein Gefangener im Ausland bekannt ist. Den politischen Gefangenen hilft das Wissen, in der Welt nicht vergessen zu sein.

Deshalb: Schreiben Sie aufmunternde Worte direkt an Zohreh Sayadi.

To

Zohreh

Evin Prison

Kachoui Alley

Tehran

Islamic Republic of Iran

Bitte schreiben Sie an die Botschaft der Islamischen Republik Iran und den iranischen Justizchef in Teheran, Gholamhossein Mohseni-Ejei. Fordern Sie die sofortige und bedingungslose Freilassung der Gefangenen:

Iranische Botschaft in Deutschland
Botschafter: Herr Majid Nili Ahmadabadi
Botschaft der Islamischen Republik Iran
Podbielskiallee 65-67
14195 Berlin
E-Mail: info@iranbotschaft.de

Iranischer Justizchef 
Chief Justice Gholamhossein Mohseni-Ejei
The judiciary
Valiasr Avenue, Pastor Avenue, In front of Jami police station
Tehran
Islamic Republic of Iran

Sehr geehrter Herr Botschafter,

mit diesem Schreiben bringe ich meine Besorgnis über die mir vorliegenden Berichte zur Verhaftung der Kinderrechtsaktivistin Zohreh Sayadi zum Ausdruck.

Sie wurde im Dezember 2019 willkürlich in Teheran verhaftet und wegen „Störung der öffentlichen Ordnung“ und „Handeln gegen die nationale Sicherheit“ angeklagt. Trotz Krebserkrankung stellte der Gerichtsmediziner ihr keine „Haftunfähigkeitsbescheinigung“ aus. Im Gefängnis erhält sie keine angemessene medizinische Versorgung, obwohl sie eine Chemotherapie benötigen würde. Ihr wird lediglich eine Injektion verabreicht.

Die Vorwürfe sind haltlos, denn Zohreh setzte sich friedlich für Arbeiter- und Waisenrechte undokumentierter Kinder ein und für die Alphabetisierung von Frauen und Waisen.

Mit größter Sorge bewegen mich die zahllosen Berichte über Verhaftungen und das gewaltsame Vorgehen von Sicherheitskräften, die bei mir große Zweifel an der Rechtstaatlichkeit der Justizverfahren aufkommen lassen.

Ich appelliere an Sie, Zohreh umgehend und ohne Auflagen freizulassen. Nach internationalen Rechtsstandards hat sie in keiner Weise eine strafbare Handlung begangen. Zohrehs Verhaftung ist willkürlich.

Außerdem appelliere ich an Sie, die Haftbedingungen in einem transparenten Verfahren zu untersuchen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Ich bitte Sie herzlich, mir zu schreiben, was Sie unternommen haben.

Hochachtungsvoll

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