Ali Ahmad Barichi

Der Belutsche Ali Ahmad Barichi, wurde Mitte Oktober 2022 von der Islamischen Revolutionsgarde in Karimabad verhaftet und an einen unbekannten Ort gebracht. Nach etwa zweieinhalb Monaten wurde er in das Zentralgefängnis von Zahedan verlegt.
Entführung eines Belutschen nach friedlichem Protest
Der Belutsche Ali Ahmad Barichi, wurde am 20. Oktober 2022 von der Islamischen Revolutionsgarde vor seinem Laden in Karimabad verhaftet und an einen unbekannten Ort gebracht. Er befand sich zunächst in einer Haftanstalt des Geheimdienstes. Nach etwa zweieinhalb Monaten wurde er dann in das Zentralgefängnis von Zahedan verlegt. Dort wird er in Abteilung 9 festgehalten.
Ali Ahmad Barichi hatte an den Protesten in Zahedan teilgenommen und wurde ohne Anklage oder Erklärung festgehalten. Die Familie von Barichi ist besorgt um seine Gesundheit und hat vergeblich versucht, Informationen über seine Inhaftierung und seinen Zustand zu erhalten. Barichi wurde während seiner Haft von Gefängnisbeamten bedrängt und gefoltert, um ein erzwungenes Geständnis zu erlangen.
Die zweite Abteilung des Revolutionsgerichts von Zahedan verurteilten Ali Ahmad Barichi sowie Hossein Kashani Asl im Juni 2023 wegen „Kriegsführung“ zu zehn Jahren Haft in Ost-Aserbaidschan. Adel Gergij, ein weiterer belutschischer Bürger aus Zahedan, wurde wegen derselben Anklage ebenfalls zu zehn Jahren Gefängnis in der Provinz Ardabil verurteilt.
Die drei Männer waren ehemalige Freunde von Khodanur Lejaei, einem getöteten Demonstranten aus Belutschistan.
Proteste in Sistan und Belutschistan
Die Provinz ist eine der ärmsten Provinzen im Iran. Nach den jüngsten Protesten in Sistan und Belutschistan wurden viele Bürger, darunter auch Kinder, ohne Angabe von Gründen und ohne rechtliche Verfahren festgenommen. Das Schicksal vieler von ihnen ist unbekannt.
Die Proteste in Belutschistan wurden durch die Ermordung von Mahsa Amini und die Vergewaltigung eines 15-jährigen Mädchens durch den Polizeichef von Chabahar, Ebrahim Kouchakzaei ausgelöst. Die Wut der Menschen erreichte eine neue Dimension. Es kam zu Protesten in vielen Städten, bei denen mehr als 100 Menschen getötet wurden.
Gefängnis von Zahedan
Es wird berichtet, dass es sich bei den Gefangenen der Abteilung 9 um politische Gefangene handelt, darunter zahlreiche Demonstranten, die während der landesweiten Proteste im Iran im Jahr 2022 festgenommen wurden. Einem Bericht zufolge werden alle neuen Häftlinge, die in diese Station gebracht werden, drei Tage lang an die Treppe gefesselt, geschlagen und beschimpft, bevor sie in eine Zelle kommen.
Die Islamische Republik Iran missachtet systematisch die Rechte ihrer Bürger. Immer wieder kommt es zu willkürlichen Festnahmen, Verurteilungen ohne faire Gerichtsprozesse sowie zu Misshandlungen und Hinrichtungen von Andersdenkenden. Mit der unmenschlichen Behandlung ihrer Gefangenen verletzt die Islamische Republik Iran in hohem Maße die von ihr ratifizierten menschenrechtlichen Mindeststandards des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte („Zivilpakt“) der Inhaftierten. Dazu gehören unter anderem das Verbot von Folter und grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung (Artikel 7), das Verbot willkürlicher Gefangennahme (Artikel 9) sowie das Recht auf ein faires Verfahren (Artikel 14).
Stand: August 2023





