Asoo Sivan Yari

Der kurdische Bodybuilder wurde am 4. Januar 2023 in seinem Zuhause überfallen und entführt, nachdem er sich mit den landesweiten Protesten solidarisierte und seine Teilnahme an einem internationalen Bodybuilding-Wettbewerb absagte. Heute ist er in Deutschland in Sicherheit.
Verfolgter Sportler endlich in Sicherheit
Asoo Sivan Yari, der Asoo gerufen wird, ist ein 23-jähriger Athlet aus Javanrood, aus der Provinz Kermanshah im Westen Irans. Er verfolgt seit einigen Jahren professionelles Bodybuilding und gewann als erster junger Iraner verschiedene Titel in der Kategorie „Classic Physique”. Im Iran wurde er bereits zu Meister in der zweiten Liga der „Classic Physique” ausgezeichnet.
Einige Tage vor Beginn eines internationalen Bodybuilding-Wettbewerbs in Spanien weigerte er sich daran teilzunehmen. Wie viele weitere Sportler im Iran, solidarisierte sich Yari mit seinen Mitmenschen und protestierte gegen die blutige Niederschlagung der landesweiten Demonstrationen, die den Iran seit September 2022 durchziehen. Er wurde am 4. Januar 2023 von bisher nicht zuzuordnenden Kräften des Mullah-Regimes in seinem Zuhause überfallen und entführt. Die Agenten brachen die Tür und die Fenster seines Elternhauses auf und nahmen Asoo gewaltsam mit. Er wurde an einen geheimen Ort gebracht und seine Familie weiß nichts über seinen Zustand. Am 16. September 2023 gab Asoo Yari auf der Demonstration in Hannover zum Jahrestag von Jina Mahsa Aminis Ermordung seine Ankunft in Deutschland bekannt. Er appellierte außerdem an die Politik, den Irreführungen und Lobbyisten der Islamischen Republik zu widerstehen und das Mullah-Regime zu isolieren.
Eine wachsende Zahl von Sportlerinnen und Sportlern sowie andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens haben in den vergangenen Monaten ihre Unterstützung für die Protestbewegung gegen die klerikalen Herrscher des Iran zum Ausdruck gebracht. Die Islamische Republik hat diese Prominenten beschuldigt, „die Flammen der Unruhen angefacht” zu haben, und eine Reihe von ihnen inhaftiert, gefoltert, zu langen Haftstrafen oder zum Tode verurteilt.
Die Demonstrationen waren besonders intensiv in den kurdischen Gebieten im Westen des Landes sowie in Sistan und Belutschistan, einer verarmten südöstlichen Provinz des Irans, in der ca. zwei Millionen Menschen leben, die der Minderheit der Belutschen angehören. In allen diesen Gebieten gingen Regimekräfte mit brutalster Gewalt gegen die Demonstrierenden vor.
Stand: September 2023





