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Nordkorea tarnt und täuscht

Nordkoreanische IT-Mitarbeiter geraten durch Fake-Profile auf internationalen Freelancer-Websiten an weltweite Aufträge und das Regime wiederum an Deviseneinnahmen. Bis zu zehntausend nordkoreanische IT-Mitarbeiter sind im Ausland tätig.

Durch Fake-Profile auf Webseiten umgeht Nordkorea internationale Sanktionen 

IGFM: Deviseneinnahmen für das nordkoreanische Regime durch weltweite IT-Aufträge

Frankfurt am Main, 1. März 2023 – Tarnen und Täuschen: Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, gelangen nordkoreanische IT-Mitarbeiter durch Fake-Profile auf internationalen Freelancer-Websiten an weltweite Aufträge und das Regime wiederum an Deviseneinnahmen. Nach Informationen der in Frankfurt ansässigen Menschenrechtsorganisation sind bis zu zehntausend nordkoreanische IT-Mitarbeiter im Ausland tätig. Oft beschäftigen somit Firmen aus Ländern wie den USA, Großbritannien, Australien oder Israel unwissentlich Nordkoreaner und verletzen damit internationale Sanktionen.

„Wenn Dumping-Stundensätze zwischen 20 und 80 US-Dollar angeboten werden, derjenige Tausende von Arbeitsstunden geleistet hat und eine hohe Erfolgsquote aufweist, ist es sehr wahrscheinlich, dass das Konto in Wahrheit von Nordkoreanern betrieben wird – Firmen sollten solche Angebote kritisch hinterfragen. Die erzielten Profite der sogenannten Nordkorea-Hacker dienen der Finanzierung von Unterdrückung und atomarer Bedrohung durch das diktatorische Regime von Kim Jong-un“, erklärt Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM.

Gefälschte Konten mit allen Tricks eingerichtet 

Oft eröffnen nordkoreanische IT-Mitarbeiter gefälschte Konten unter dem Namen europäischer Staatsangehöriger. Sie richten E-Mail-Konten ein, verwenden temporäre Telefonnummern für die SMS-Verifizierung, sammeln ausländische Führerscheine und ersetzen das Originalfoto durch das Bild eines Nordkoreaners. Zudem bringen sie Menschen aus den USA, Europa und Südamerika dazu, gegen Bezahlung ein Konto unter ihrem Namen einzurichten. So berichten Branchenexperten über Frauen aus Mittel- und Südamerika, die in Dating-Apps angeworben werden, gegen eine Gewinnbeteiligung Konten auf Freelance-Webseiten zu erstellen und am Authentifizierungsverfahren teilzunehmen. Inzwischen verstärken Freelancing-Webseiten allerdings ihre Kontrollen, um gefälschte Konten zu blockieren. Daher nutzen die Nordkoreaner Freelance-Webseiten lediglich, um Kunden zu finden und treten dann schnellstmöglich direkt mit ihnen in Kontakt. So zeigen sie zunächst eine hohe Leistung bei niedrigem Stundensatz, um das Vertrauen der Kunden zu gewinnen und die nächsten Aufträge für langfristige und umfangreiche Projekte zu erhalten. Manchmal wird ein Konto von mehreren IT-Mitarbeitern abwechselnd genutzt, was zu übermäßig langen Arbeitszeiten für ein einziges Konto führt.

Nordkoreaner arbeiten für US-Firmen

China beherbergt die größte Zahl nordkoreanischer IT-Arbeiter, gefolgt von Russland. Auch in einigen anderen Ländern des Nahen Ostens und Südostasiens sind Nordkoreaner tätig, um ihre IT-Aufgaben zu erfüllen. Obwohl es sich nicht um offizielle Daten handelt, gehen Branchenexperten davon aus, dass die Zahl der nordkoreanischen IT-Mitarbeiter zwischen 5.000 und 10.000 liegt. Um die gegen Nordkoreaner verhängten Beschränkungen zu umgehen, müssen die IT-Mitarbeiter eine Reihe von Gebühren für die von ihnen genutzten illegalen Dienste entrichten. Nordkoreanische IT-Mitarbeiter bevorzugen vor allem US-amerikanische Kunden, da es sich dabei meist um große Unternehmen mit großen finanziellen Ressourcen handelt, die viele Möglichkeiten für ein langfristiges und umfangreiches Projekt bieten. Einige arbeiten auch für britische, australische und israelische Kunden.

Aktuelle Pressemitteilungen der IGFM

2310, 2026

Präsentation des Jahrbuchs „Religionsfreiheit weltweit 2026“

Die Evangelische Allianz in Deutschland e. V. und die ISHR stellen in Berlin die Jahrbücher „Religionsfreiheit“ und „Verfolgung und Diskriminierung von Christen“ von 2026 vor. Expertinnen und Experten aus Politik und Wissenschaft beleuchten die weltweite Lage der Religionsfreiheit, darunter Antisemitismus, die Verfolgung religiöser Minderheiten und staatliche Diskriminierung.

510, 2026

Islamische Republik Iran richtet zwei weitere Demonstranten hin – Alireza Sepahi heiratete erst vor wenigen Tagen

5. Oktober 2026 – Das islamische Regime hat heute im Dastgerd-Gefängnis in Isfahan die beiden Demonstranten Alireza Sepahi und Alireza Raisi hingerichtet. Beide waren im Zusammenhang mit den landesweiten Protesten im Januar 2026 festgenommen und im sogenannten „Ali-Khani-Platz“-Fall zum Tode verurteilt worden.

210, 2026

Online-Pressegespräch Iran: Im Iran enteignet und entrechtet, aus Deutschland finanziert?

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) lädt am 7. Oktober 2026 um 11 Uhr gemeinsam mit iranischen Experten, Menschenrechtsaktivisten und Angehörigen von Betroffenen zu einem Gespräch über Menschenrechtsverletzungen, Festnahmen und Repressionen im Iran. Im Mittelpunkt steht der Bericht von Atossa Najafi über das Schicksal ihres Bruders Parsa Najafi.

110, 2026

Katrin Bornmüller erhält 30. Europäischen Sozialpreis zu Eschweiler

Der Europaverein GPB e.V. zeichnet am 3. Oktober die Ehrenvorsitzende der IGFM, Katrin Bornmüller aus Wittlich, mit dem Europäischen Sozialpreis aus. Unter dem Motto „Menschenrechte sind das Fundament Europas“ würdigt der Verein das jahrzehntelange ehrenamtliche Engagement der 86-Jährigen für die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und ihren Einsatz für Menschen in Not – in Europa und im Nahen Osten.

3009, 2026

Peruaner im Krieg: „Sklaven der Russen“

In einem Pressegespräch der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichteten Angehörige über internationale Netzwerke, die Peruaner für die russische Armee rekrutieren. Mit hohen Gehaltsversprechen gelockt, werde die Reise nach Russland organisiert, dort würden unter Druck oder in völliger Unkenntnis über den Inhalt, Verträge unterzeichnet, sich den russischen Streitkräften anzuschließen.

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