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Umweltschützer: Houman Jokar

Houman Jokar

Der Wildtier-Experte Houman Jokar ist einer der bekanntesten Umweltaktivisten des Iran. Ihm, seiner Frau und sechs weiteren Kollegen droht die Todesstrafe für ihren Einsatz für Naturschutz. Anfang 2018 verschärfte die Islamische Republik die systematische Verfolgung von Umweltschützern. Der Direktor der “Persian Wildlife Heritage Foundation”, Dr. Kavous Seyyed Emami, verstarb unter ungeklärten Umständen im Evin-Gefängnis. Insgesamt verhafteten die iranischen Behörden allein im Jahr 2018 landesweit über 50 Umweltschützer.

Iranischer Umweltschützer im Gefängnis

Houman Jokar ist einer der bekanntesten Umweltschützer des Iran. Islamische Revolutionsgarden verhafteten ihn, seine Frau und sechs weitere Umweltaktivisten. Die Anklage lautete zunächst „Spionage“, dann „Verderbenstiften auf Erden“ – ein Delikt aus dem islamischen Recht, das mit dem Tod und sogar mit der Kreuzigung bestraft werden könnte.

Konkrete Vorwürfe gegen die Biologen liegen nicht vor. Weite Teile des Iran leiden zunehmend unter erheblichen Umweltproblemen. Die Antwort der Islamischen Republik darauf besteht darin, Naturschützer zu verhaften. Houman Jokar und seine Kollegen von der “Persian Wildlife Heritage Foundation” gehören zu den Umweltaktivisten, die den Mut haben, auf Probleme hinzuweisen und Lösungsvorschläge zu machen. Doch Jokar und viele seiner Kollegen stehen dadurch in direktem Konflikt mit der Führung der Islamischen Republik, denn große Teile der iranischen Wirtschaft werden von den Islamischen Revolutionsgarden kontrolliert.

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Houman Jokar ist seit 2001 Leiter einer internationalen Kooperation der Vereinten Nationen zum Schutz des asiatischen Geparden, dem “Conservation of Asiatic Cheetah Project” (CACP). Er ist seit rund 20 Jahren im Bereich Umwelt- und Wildtierschutz tätig. Im Februar 2018 verhafteten Islamische Revolutionsgarden zahlreiche Umweltaktivisten, darunter Houman Joker und seine Frau Sepideh Kashani, die wie ihr Mann als Beraterin der Vereinten Nationen im Umweltbereich und im Geparden-Schutzprojekt arbeitete.

Die iranischen Behörden hielten beide rund ein Jahr lang im Evin-Gefängnis in Teheran in Einzelhaft gefangen und verweigerten ihnen rechtlichen Beistand. Ein islamisches Revolutionsgericht warf dem Paar und sechs weiteren Kollegen der “Persian Wildlife Heritage Foundation” „Spionage“ vor, weil sie in Wildgebieten Kameras zur Beobachtung von Geparden installiert hatten. Sogar der Geheimdienstminister und der Leiter der iranischen Umweltschutzbehörde verneinten die Möglichkeit von Spionage durch die Biologen. Am 11. November 2018 gab ein Sprecher der Justiz bekannt, dass die Anklage von “Spionage” zu „Verderbenstiften auf Erden“ geändert wurde.

Im Dezember 2018 bezeugten 300 Umweltaktivisten aus aller Welt, darunter Jane Goodall, in einem offenen Brief, dass die Umweltschützer mit höchster moralischer Integrität gearbeitet hatten. Nach mehr als einem Jahr Haft fanden im Januar und Februar 2019 schließlich zwei Verhandlungen des Islamischen Revolutionsgerichtes gegen die Mitglieder der “Persian Wildlife Heritage Foundation” statt. Dabei wurde ihnen das Recht auf die freie Wahl des Anwaltes verweigert. Im Februar 2019 verkündete der Oberste Nationale Sicherheitsrat in einem Bericht schließlich, dass es „keine Beweise gegen die Umweltaktivisten“ gebe. Javed Rahman, der Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für Menschenrechte im Iran, äußerte seine Besorgnis über die Situation iranischer Umweltschützer, die weiter willkürlich gefangen gehalten werden.

Hintergrund: Verfolgung von Umweltschützern im Iran

Seit Jahren spitzen sich im Iran Umweltprobleme zu. Besonders augenfällig sind die Folgen von nicht nachhaltiger Wassernutzung und zunehmenden Dürren. Die Führung der Islamischen Republik zeigt sich nicht gewillt, die Ursachen dieser Probleme anzugehen. Stattdessen werden systematisch Umweltaktivisten eingeschüchtert, bedroht und verhaftet, die sich friedlich für den Schutz der natürlichen Ressourcen einsetzen und die auf Umweltprobleme aufmerksam machen.
Die iranische Führung hat im Januar 2018 mit der Verhaftung von neun Umweltaktivisten die Verfolgung von Umweltschützern deutlich verstärkt. Dazu gehört auch der ungeklärte Tod des Direktors der Persian Heritage Wildlife Foundation, Dr. Kavous Seyed Emami, in Einzelhaft. Gefängnisbeamte „fanden“ seinen Leichnam am 8. Februar 2018 im Evin-Gefängnis. Weitere Verhaftungen von Umweltschützern folgten, insbesondere in Kurdistan und anderen westlichen Provinzen des Iran.

Haftadresse

Post an politische Gefangene ist oft ein wirksamer Schutz gegen Misshandlungen, denn die Post zeigt dem Gefängnispersonal und den Behörden, dass ein Gefangener im Ausland bekannt ist. Politischen Gefangenen hilft das Wissen, in der Welt nicht vergessen zu sein. Deshalb: Schreiben Sie aufmunternde Worte direkt ins Evin-Gefängnis. Porto: Brief International bis 20 g aus Deutschland: 90 Cent

To Mr. Houman Jokar
Evin Prison
Kachoui Alley
Tehran
Islamic Republic of Iran

Wie schreibe ich einem Gefangenen?

Bitte kontaktieren Sie die iranischen Botschaften per Post oder Telefon:

Bitte schreiben Sie an das iranische Staatsoberhaupt, Ayatollah Sayed Ali Khamenei, an den Präsidenten Irans, Hassan Rohani, und an die Botschaften des Iran. Fordern Sie die sofortige und bedingungslose Freilassung der Umweltschützer:

Hier finden Sie die Appell-Adressen für den Iran

Wie schreibe ich einen Appell?

Appellvorschlag

Sehr geehrter Herr …

ich schreibe Ihnen, um sie auf die willkürliche Gefangenschaft des iranischen Wildtier-Biologen Houman Jokar aufmerksam zu machen. Er ist im Februar 2018 zusammen mit seiner Frau Sepideh Kashani und weiteren Kollegen der “Persian Wildlife Heritage Foundation” von Angehörigen der Islamischen Revolutionsgarden festgenommen worden. Der gesamten Gruppe wurde „Spionage“ vorgeworfen, weil sie Kameras zur Beobachtung von Geparden aufgestellt hatte. Sogar der Geheimdienstminister und der Leiter der iranischen Umweltschutzbehörde verneinten die Möglichkeit von Spionage durch die verhafteten Naturschützer. Im Februar 2019 verkündete der Oberste Nationale Sicherheitsrat in einem Bericht, dass es „keine Beweise gegen die Umweltaktivisten“ gebe.

Ich appelliere an Sie, alle Mitglieder dieser Gruppe von Naturschützern wegen erwiesener Unschuld umgehend und ohne Auflagen freizulassen. Zumindest einige der Biologen sind während der Haft gefoltert worden. Deshalb appelliere ich außerdem an Sie, die Folter und Haftbedingungen in einem transparenten Verfahren zu untersuchen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Ich danke Ihnen für Ihr Verständnis und bitte Sie herzlich, mir zu schreiben, was Sie unternehmen werden.

Hochachtungsvoll