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Kuba: Weitere politische Gefangene

Immer mehr Menschen werden aufgrund ihrer politischen Überzeugungen in Kuba inhaftiert, darunter  Minderjährige, Frauen und Doppelstaatler. Die Menschenrechtsexperten registrieren auf der Karibikinsel aktuell 1.066 politische Gefangene. Oft werden die Gefangenen erniedrigt, gefoltert, erhalten keine medizinische Versorgung und leiden unter unhygienischen Zuständen.

Kuba: 250 neue politische Gefangene in den letzten zwölf Monaten

 Kriminalisierung der Ausreise dient allein als Machtdemonstration des Regimes – Minderjährige wegen „Aufwiegelung“ verurteilt – Angehörige von Gefangenen bedroht

Havanna/Frankfurt am Main, 20. April 2023 – Allein im März sind auf Kuba erneut acht Personen aufgrund ihrer politischen Überzeugungen inhaftiert worden. Das berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Die in Frankfurt ansässige Menschenrechtsorganisation ist mit einer Sektion auf Kuba vertreten. Insgesamt registrieren die Menschenrechtsexperten auf der Karibikinsel aktuell 1.066 politische Gefangene – darunter 250 neue politische Gefangene in den letzten zwölf Monaten. Momentan sitzen 33 Minderjährige und 120 Frauen in Haft, weil sie dem Regime ein Dorn im Auge waren.


„Neben Demokratieaktivisten und Bürgerrechtlern sind auf Kuba auch Doppelstaatler wie der Dresdener Luis Frómeta Compte inhaftiert. Hinzu kommen immer mehr inhaftierte Kubanerinnen und Kubaner, die nur das Land verlassen wollten. Denn das kubanische Regime verbietet seinen Bürgern unter Androhung von Haft die Ausreise. So sitzen Hunderte wegen des „Verbrechens“ der „illegalen Ausreise“ im Gefängnis. All diese Menschen werden in dem diktatorisch regierten Staat wie Schwerverbrecher behandelt, obwohl sie kein Verbrechen begangen haben. Ihre Kriminalisierung dient allein als Machtdemonstration des Regimes“, erklärt Martin Lessenthin, Kubaexperte und Vorstandssprecher der IGFM.

Müttern droht der Entzug der elterlichen Rechte
Viele der Minderjährigen sind in Gefängnissen untergebracht, die angeblich für Jugendliche gedacht sind und als „Integrale Ausbildungsschulen“ bezeichnet werden. In Wirklichkeit handelt es sich hier um normale Strafvollzugsanstalten. Menschenrechtsexperten gehen davon aus, dass jedes Jahr 410 Minderjährige in Kuba inhaftiert werden. 17 der aktuell inhaftierten Minderjährigen wurden wegen „Aufwiegelung“ verurteilt. Die durchschnittliche Strafe für dieses Vergehen beträgt auf Kuba fünf Jahre Gefängnis. Weiblichen Gefangenen, die Kinder haben und sich über Folter beschweren, wird mit dem Entzug der elterlichen Rechte gedroht. So geschehen bei der fünffachen Mutter Lizandra Góngora Espinosa. Wie die IGFM erfahren hat, wurde sie zudem in ein Gefängnis auf der Isla de la Juventud verlegt – hunderte Kilometer entfernt und durch ein Meer getrennt von ihrer Familie.

Familienangehörige leiden unter Schikane und Überwachung
Oft werden die Gefangenen erniedrigt, gefoltert, erhalten keine medizinische Versorgung und leiden unter unhygienischen Zuständen. Doch auch die Familienangehörigen der politischen Gefangenen sind nicht vor dem Terror und der Schikane des kommunistischen Regimes sicher. Sie werden von Agenten der Staatssicherheit überwacht, bedroht und sofort vorgeladen, sobald sie etwas öffentlich anprangern. Denjenigen, die die Unschuld ihrer Angehörigen vehement verteidigen, wird der Zugang zum staatlichen Arbeitsmarkt verwehrt. Ihren Kindern wird oft eine höhere Ausbildung oder ein Studium verweigert. Die IGFM fordert das Ende dieser Schikane, die sofortige Freilassung aller politischen Gefangenen auf Kuba sowie das kommunistische Regime auf, die Menschenrechte einzuhalten.

 

Aktuelle Pressemitteilungen der IGFM

2310, 2026

Präsentation des Jahrbuchs „Religionsfreiheit weltweit 2026“

Die Evangelische Allianz in Deutschland e. V. und die ISHR stellen in Berlin die Jahrbücher „Religionsfreiheit“ und „Verfolgung und Diskriminierung von Christen“ von 2026 vor. Expertinnen und Experten aus Politik und Wissenschaft beleuchten die weltweite Lage der Religionsfreiheit, darunter Antisemitismus, die Verfolgung religiöser Minderheiten und staatliche Diskriminierung.

510, 2026

Islamische Republik Iran richtet zwei weitere Demonstranten hin – Alireza Sepahi heiratete erst vor wenigen Tagen

5. Oktober 2026 – Das islamische Regime hat heute im Dastgerd-Gefängnis in Isfahan die beiden Demonstranten Alireza Sepahi und Alireza Raisi hingerichtet. Beide waren im Zusammenhang mit den landesweiten Protesten im Januar 2026 festgenommen und im sogenannten „Ali-Khani-Platz“-Fall zum Tode verurteilt worden.

210, 2026

Online-Pressegespräch Iran: Im Iran enteignet und entrechtet, aus Deutschland finanziert?

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) lädt am 7. Oktober 2026 um 11 Uhr gemeinsam mit iranischen Experten, Menschenrechtsaktivisten und Angehörigen von Betroffenen zu einem Gespräch über Menschenrechtsverletzungen, Festnahmen und Repressionen im Iran. Im Mittelpunkt steht der Bericht von Atossa Najafi über das Schicksal ihres Bruders Parsa Najafi.

110, 2026

Katrin Bornmüller erhält 30. Europäischen Sozialpreis zu Eschweiler

Der Europaverein GPB e.V. zeichnet am 3. Oktober die Ehrenvorsitzende der IGFM, Katrin Bornmüller aus Wittlich, mit dem Europäischen Sozialpreis aus. Unter dem Motto „Menschenrechte sind das Fundament Europas“ würdigt der Verein das jahrzehntelange ehrenamtliche Engagement der 86-Jährigen für die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und ihren Einsatz für Menschen in Not – in Europa und im Nahen Osten.

3009, 2026

Peruaner im Krieg: „Sklaven der Russen“

In einem Pressegespräch der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichteten Angehörige über internationale Netzwerke, die Peruaner für die russische Armee rekrutieren. Mit hohen Gehaltsversprechen gelockt, werde die Reise nach Russland organisiert, dort würden unter Druck oder in völliger Unkenntnis über den Inhalt, Verträge unterzeichnet, sich den russischen Streitkräften anzuschließen.

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