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Arshia Takdastan

Der 18-jährige Arshia Takdastan wurde am 24. September 2022 von der Islamischen Revolutionsgarde verhaftet und in Isolationshaft gebracht. Unter dem Vorwurf „Kriegsführung gegen Gott“ und „Korruption auf Erden“ wurde er zweifach zum Tode verurteilt. Laut Aussagen seines Anwalts wurde die Todesstrafe aufgehoben und der Fall soll neu aufgerollt werden.

Arshia Takdastan
Geboren: 13. Juni 2004

Verhaftet: 24. September 2022 in Nouschahr, Provinz Mazandaran

Vorwürfe: Brandstiftung einer mobilen Polizeistation und Anführung der Proteste in der Stadt

Anklage: „Korruption auf Erden“ und „Feindschaft gegen Gott“

Urteil: Zweifache Todesstrafe

Zweifach zum Tod verurteilt

Der 18-jährige Iraner Arshia Takdastan aus Nowshahr in der Provinz Mazadran, wurde am 24. September 2022 aufgrund der Teilnahme an den landesweiten Protesten im Iran verhaftet. Das Revolutionsgericht verurteilte Arshia unter dem Vorwurf „Kriegsführung gegen Gott“ und „Korruption auf Erden“ zweifach zum Tode. Seinem Anwalt zufolge, wurde die Todesstrafe aufgehoben und der Fall soll neu aufgerollt werden.

Der junge Iraner wurde am 24. September 2022 aus seiner Wohnung willkürlich verhaftet und für 28 Tage in Isolationshaft gebracht, seiner Familie blieb sein Aufenthalt 18 Tage lang verheimlicht. Die iranische Justiz erhebt eine Reihe an Vorwürfen gegen Arshia Takdastan. Ihm wird unterstellt der Anführer der Proteste in der Stadt zu sein, eine Verkehrspolizeistation in Brand gesetzt und „Hetze“ gegen das Regime in den Sozialen Medien verbreitet zu haben. Es gibt keine Aufnahmen, die diese Anschuldigungen beweisen. Die Behörden erzwangen ein Geständnis unter schwerster psychischer und körperlicher Folter, als Folge erlitt Arshia einen gebrochenen Zeh sowie temporären Gedächtnisverlust.

Arshia wurde das Recht auf einen selbst gewählten Anwalt verwehrt. Die einzigen Beweise, die die iranische Justiz für seinen Fall heranzieht, sind die Zwangsgeständnisse und eine Textnachricht die er an Iran International, einem Fernsehsender außerhalb des Irans, geschickt hatte. Darin soll er sich dafür bedankt haben, dass Iran International „hinter der Bevölkerung steht“.

Im selben Fall wurden Mehdi Mohammadi-Fard (19 Jahre) zweifach und Javad Rouhi (35) dreifach mit der Todesstrafe belegt.

Die Islamische Republik Iran missachtet systematisch die Rechte ihrer Bürger. Immer wieder kommt es zu willkürlichen Festnahmen, Verurteilungen ohne faire Gerichtsprozesse sowie zu Misshandlungen und Hinrichtungen von Andersdenkenden. Mit der unmenschlichen Behandlung ihrer Gefangenen verletzt die Islamische Republik Iran in hohem Maße die von ihr ratifizierten menschenrechtlichen Mindeststandards des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte („Zivilpakt“) der Inhaftierten. Dazu gehören unter anderem das Verbot von Folter und grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung (Artikel 7), das Verbot willkürlicher Gefangennahme (Artikel 9) sowie das Recht auf ein faires Verfahren (Artikel 14).

Stand: Mai 2023

So können Sie Arshia helfen:

Post an politische Gefangene ist oft ein wirksamer Schutz gegen Misshandlungen, denn die Post zeigt dem Gefängnispersonal und den Behörden, dass ein Gefangener im Ausland bekannt ist. Den politischen Gefangenen hilft das Wissen, in der Welt nicht vergessen zu sein.

Die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja sagte der IGFM: „Schreibt Briefe, schreibt an die politischen Gefangenen. Sie freuen sich zum Teil wirklich wie kleine Kinder, wenn sie Post bekommen, man kann es sich kaum vorstellen. Es ist enorm wichtig. Nehmt Euch vor: Einmal in der Woche schreibt jeder eine Karte, damit die Menschen wissen, dass sie nicht vergessen werden“

Deshalb: Schreiben Sie aufmunternde Worte direkt an Arshia Takdastan.

To

Arshia Takdastan

Sari’s Prison

Tir Kola

Mazandaran Province

Islamic Republic of Iran

Bitte schreiben Sie an die Botschaft der Islamischen Republik Iran und den Justizchef in Teheran, Gholamhossein Mohseni-Ejei. Fordern Sie die sofortige und bedingungslose Freilassung des Gefangenen:

Iranische Botschaft in Deutschland
Botschafter: Herr Majid Nili Ahmadabadi
Botschaft der Islamischen Republik Iran
Podbielskiallee 65-67
14195 Berlin
E-Mail: [email protected]

Iranischer Justizchef 
Chief Justice Gholamhossein Mohseni-Ejei
The judiciary
Valiasr Avenue, Pastor Avenue, In front of Jami police station
Tehran
Islamic Republic of Iran

Sehr geehrter Herr Botschafter,

mit diesem Schreiben bringe ich meine Besorgnis über die mir vorliegenden Berichte zur Verhaftung des 18-jährigen Iraners Arshia Takdastan zum Ausdruck.

Er wurde nach der Teilnahme an den landesweiten Protesten am 24. September 2022 in Nowshahr verhaftet und unter dem Vorwurf „Kriegsführung gegen Gott“ und „Korruption auf der Erde“ zweifach zum Tode verurteilt. Seinem Anwalt zufolge, wurde die zweifache Todesstrafe aufgehoben und Arshias Fall soll neu verhandelt werden.

Die iranische Justiz erhebt eine Reihe an Vorwürfen gegen Arshia, die keiner Beweislage unterliegen. Arshia wird das Recht auf einen selbst gewählten Anwalt verwehrt. Im Gefängnis wird er psychischer und körperlicher Folter ausgesetzt.

Mit größter Sorge bewegen mich die zahllosen Berichte über Verhaftungen und das gewaltsame Vorgehen von Sicherheitskräften, die bei mir große Zweifel an der Rechtstaatlichkeit der Justizverfahren aufkommen lassen.

Ich appelliere an Sie, Arshia Takdastan umgehend und ohne Auflagen freizulassen. Nach internationalen Rechtsstandards hat er in keiner Weise eine strafbare Handlung begangen. Arshias Verhaftung ist willkürlich. Er wird zu Unrecht eines Verbrechens beschuldigt, das er nicht begangen hat.

Außerdem appelliere ich an Sie, die Haftbedingungen in einem transparenten Verfahren zu untersuchen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Ich bitte Sie herzlich, mir zu schreiben, was Sie unternommen haben.

Hochachtungsvoll

Machen Sie in den sozialen Medien auf Arshia aufmerksam und nutzen sie diese Hashtags:

#ArshiaTakdastan

#WomanLifeFreedom

#IranRevolution

#StopExecutionsInIran

عرشیا_تکدستان#

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