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IGFM bei dem Letucień-Festival in Krakau

IGFM beim Letucień-Festival in Krakau: 230 Euro für Aliaksandra Pulinovich gesammelt

Am 1. August war die IGFM mit einem eigenen Stand beim belarusischen Musik- und Kulturfestival Letucień in Krakau vertreten. Im Mittelpunkt unserer Teilnahme stand die Advocacy-Arbeit für die junge belarusische politische Gefangene Aliaksandra Pulinovich. Sie wurde im Alter von 16 Jahren festgenommen und später zu zehn Jahren und drei Monaten Haft verurteilt.

Durch Spenden und den Verkauf von Solidaritätsartikeln konnten wir während des Festivals insgesamt rund 230 Euro für unsere Arbeit zugunsten von Aliaksandra Pulinovich und anderen politischen Gefangenen in Belarus sammeln. Angeboten wurden unter anderem eigens gestaltete Stofftaschen, Lesezeichen sowie historische Solidarność-Anstecker.

An unserem Stand präsentierten wir sieben illustrierte Porträts belarusischer politischer Gefangener. Sechs von ihnen sind Künstlerinnen, Künstler oder Musiker, die wegen ihrer kulturellen Arbeit, ihrer öffentlichen Haltung oder ihres zivilgesellschaftlichen Engagements verfolgt werden. Mit den Porträts wollten wir zeigen, dass hinter den Zahlen konkrete Menschen, Lebensgeschichten und Familien stehen.

Artem Kryvulia am Informationsstand der IGFM beim Letucień-Festival in Krakau. Am Stand wurden unter anderem Porträts belarusischer politischer Gefangener sowie Informations- und Solidaritätsmaterialien präsentiert.

Besonders viel Aufmerksamkeit erhielt der Fall des Musikers Aleh Khamenka, Gründer der belarusischen Folk-Rock-Band Palats. Viele Besucherinnen und Besucher kannten ihn und begrüßten es, dass die IGFM seinen Fall öffentlich sichtbar macht. Aufgrund dieser starken Resonanz prüfen wir, ob für ihn eine politische Patenschaft vermittelt werden kann.

Im Rahmen einer einstündigen Podiumsdiskussion stellten wir die Belarus-Arbeit der IGFM, unser Engagement für politische Gefangene und das Programm der politischen Patenschaften vor. Anschließend konnten die Teilnehmenden Fragen stellen und mit uns über konkrete Möglichkeiten der Unterstützung diskutieren.

Auch Sviatlana Tsikhanouskaya, die gewählte Präsidenten von Belarus, machte an unserem Stand Halt. Wir informierten sie kurz über unsere aktuelle Kampagne für Aliaksandra Pulinovich und machten gemeinsam ein Foto mit ihrem Porträt. Die Begegnung bot uns die Gelegenheit, erneut zu zeigen, dass die IGFM ihre Arbeit zur Menschenrechtslage in Belarus kontinuierlich fortsetzt.

Auf dem Bild von links nach rechts: Kostiantyn Zhydchenko, ehrenamtlicher Mitarbeiter der IGFM, Sviatlana Tsikhanouskaya, gewählte Präsidentin von Belarus, und Artem Kryvulia, Mitarbeiter des Osteuropa-Referats der IGFM.

Das Festival brachte die belarusische Gemeinschaft im Exil, Kulturschaffende und zivilgesellschaftliche Organisationen zusammen. Für die IGFM war es deshalb auch eine wichtige Gelegenheit, neue Kontakte in Polen zu knüpfen. Mehrere Interessierte meldeten sich für eine mögliche ehrenamtliche Mitarbeit. Ziel ist es, eine kleine Belarus-Arbeitsgruppe unter dem Dach der IGFM aufzubauen, die künftig bei Recherchen, Übersetzungen, Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen unterstützen kann.

Die IGFM dankt allen Besucherinnen und Besuchern, die mit uns gesprochen, gespendet und die Geschichten der politischen Gefangenen weitergetragen haben.

Artem Kryvulia, Mitarbeiter des Osteuropa-Referats der IGFM, stellt während einer Podiumsdiskussion die Belarus-Arbeit der IGFM und ihr Engagement für politische Gefangene vor.

Informieren Sie sich über politische Gefangene in Belarus:

Neli Alfiorawa

Neli Alfiorawa wurde in Belarus wegen des Vorwurfs der „Beleidigung eines Amtsträgers“ zu einer psychiatrischen Zwangsbehandlung verurteilt. Der Aufenthaltsort der Künstlerin und Autorin ist unbekannt, während internationale Expertinnen und Experten den Einsatz der Psychiatrie gegen politisch Verfolgte als schwere Menschenrechtsverletzung kritisieren.

Frei: Wiktar Babaryka

Wiktar Babaryka war einer der prominentesten Oppositionskandidaten bei der Präsidentschaftswahl 2020 in Belarus – bis ihn das Regime verhaften ließ. Er wurde wegen angeblicher Steuerhinterziehung zu 14 Jahren Haft verurteilt. Im Dezember 2025 wurde er freigelassen.

Frei: Sergej Tichanowski

Der belarusische Blogger Sergej Tichanowski wurde 2020 verhaftet, weil er öffentlich Missstände im Land anprangerte und seine Frau bei der Präsidentschaftswahl unterstützte. Er saß eine drakonische 18-jährige Haftstrafe ab – isoliert, ohne Kontakt zur Außenwelt. Am 22. Juni 2025 wurde er freigelassen.

Frei: Juri Bubnow

Der Soziologe Juri Bubnow wurde am 12. Januar 2023 festgenommen und später zu zwei Jahren Haft verurteilt. Ihm wird die vermeintliche "Verleumdung" des belarusischen Präsidenten vorgeworfen. Hintergrund ist ein von Bubnow veröffentlichter Artikel über die Protestbewegungen im Jahr 2020.

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