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Majid Kazemi, Saleh Mirhashemi und Saeed Yaghoubi

Die drei Iraner Majid Kazemi, Saleh Mirhashemi und Saeed Yaghoubi wurden aufgrund der Teilnahme an den landesweiten Protesten wegen „Korruption auf Erden“ zum Tode verurteilt. Die drei unschuldigen Männer wurden am 19. Mai 2023 willkürlich hingerichtet.

Majid Kazemi, Saleh Mirhaeshemi und Saeed Yaghoubi
Verhaftet: 21. September 2022

Vorwürfe: Ihnen wird vorgeworfen, eine Waffe aus der Taille gezogen zu haben und am Mord dreier Basijis am 16. November beteiligt zu sein

Anklage: „Korruption auf Erden“

Urteil: Alle drei erhielten die Todesstrafe

Hinrichtung: 19. Mai 2023

Iraner unschuldig hingerichtet

Die drei iranischen Männer Majid Kazemi (30), Saleh Mirhashemi (36) und Saeed Yaghoubi (37) aus Isfahan, die zu Unrecht zum Tode verurteilt waren, wurden hingerichtet. Zuvor befanden sie sich im Zentralgefängnis von Isfahan, auch Dastgerd Gefängnis genannt.

Die Verhaftung der drei Männer erfolgte am 21. November 2022 im Zusammenhang mit den Protesten in Isfahan, die auf die Ermordung von Mahsa Jina Amini folgten. Das Revolutionsgericht Isfahan erhob Anklage gegen sie und warf ihnen „Krieg gegen Gott“ vor, nachdem sie angeblich dabei erwischt wurden, eine Waffe zu ziehen. Doch es gibt schwerwiegende Bedenken bezüglich der Rechtmäßigkeit des Gerichtsverfahrens. Die Anklage bezieht sich auf die Proteste am 16. November in Isfahan, bei der drei Basiji-Mitglieder getötet wurden. Majid, Saleh und Saeed, die nun inhaftiert sind, erhielten alle drei dieselbe Anklage und wurden so lange gefoltert, bis sie die Morde gestanden haben sollen. Ihr Urteil wurde Anfang Mai 2023 bekannt gegeben.

Die Männer waren einer unfairen Gerichtsverhandlung ausgesetzt, bei der ihnen der Zugang zu selbst ausgewählten Anwälten verwehrt wurde. Die Geständnisse wurden unter Zwang und Folter erpresst. Die einzigen Beweise, die gegen sie vorliegen, basieren auf diesen erzwungenen Aussagen. Dies deutet stark darauf hin, dass die Menschenrechte der Angeklagten eklatant verletzt wurden und die Anklage willkürlich erfolgte.

Proteste vor dem Gefängnis 

Die Sorge um das Schicksal der drei Männer erreichte am 14. und 15. Mai einen kritischen Höhepunkt, als Dutzende von Menschen vor dem Gefängnis in Isfahan zusammenkamen, um ihre drohende Hinrichtung zu verhindern. Sie riefen Parolen gegen die Islamische Republik und machten deutlich, dass sie Gerechtigkeit und Menschenrechte fordern. Auf die Menschenmenge soll geschossen worden sein. Die Angehörigen der Männer hatten Hinweise darauf erhalten, dass die Hinrichtung in dieser Nacht stattfinden sollte.

Inhaftierten beteuern Unschuld

Majid Kazemi beteuerte in einem Telefonat mit seiner Verlobten aus dem Gefängnis, dass er unschuldig sei und seine Aussagen vor Gericht unter Folter erzwungen wurden. Er betonte, dass er keine Waffe besaß. Salehs Familie, die ihn im Gefängnis besucht hat, konnte ebenso die sichtbaren Spuren der massiven Folter bestätigen, die er erlitten hat.

Hinrichtung der Unschuldigen

Es wurde bekannt, dass Majid Kazemi, Saleh Mirhashemi und Saeed Yaghoubi am 19. Mai 2023 willkürlich hingerichtet wurden.

Menschenrechtsverletzungen der Islamischen Republik Iran

Es ist dringend erforderlich, dass die internationale Gemeinschaft auf diese besorgniserregende Situation aufmerksam wird. Die drei Männer waren unschuldig. Die Islamische Republik Iran missachtet systematisch die Rechte ihrer Bürger. Immer wieder kommt es zu willkürlichen Festnahmen, Verurteilungen ohne faire Gerichtsprozesse sowie zu Misshandlungen und Hinrichtungen von Andersdenkenden. Mit der unmenschlichen Behandlung ihrer Gefangenen verletzt die Islamische Republik Iran in hohem Maße die von ihr ratifizierten menschenrechtlichen Mindeststandards des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte („Zivilpakt“) der Inhaftierten. Dazu gehören unter anderem das Verbot von Folter und grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung (Artikel 7), das Verbot willkürlicher Gefangennahme (Artikel 9) sowie das Recht auf ein faires Verfahren (Artikel 14).

Stand: Juni 2023

So können Sie Majid, Saeed und Saleh helfen:

Post an politische Gefangene ist oft ein wirksamer Schutz gegen Misshandlungen, denn die Post zeigt dem Gefängnispersonal und den Behörden, dass ein Gefangener im Ausland bekannt ist. Den politischen Gefangenen hilft das Wissen, in der Welt nicht vergessen zu sein.

Die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja sagte der IGFM: „Schreibt Briefe, schreibt an die politischen Gefangenen. Sie freuen sich zum Teil wirklich wie kleine Kinder, wenn sie Post bekommen, man kann es sich kaum vorstellen. Es ist enorm wichtig. Nehmt Euch vor: Einmal in der Woche schreibt jeder eine Karte, damit die Menschen wissen, dass sie nicht vergessen werden“

Deshalb: Schreiben Sie aufmunternde Worte direkt an Majid Kazemi, Saleh Mirhashemi und Saeed Yaghoubi.

To

Majid Kazemi/ Saleh Mirhashemi/ Saeed Yaghoubi

Isfahan Central Prison

Isfahan

Isfahan Province

Islamic Republic of Iran

Bitte schreiben Sie an die Botschaft der Islamischen Republik Iran und den Justizchef in Teheran, Gholamhossein Mohseni-Ejei. Fordern Sie die sofortige und bedingungslose Freilassung des Gefangenen:

Iranische Botschaft in Deutschland
Botschafter: Herr Majid Nili Ahmadabadi
Botschaft der Islamischen Republik Iran
Podbielskiallee 65-67
14195 Berlin
E-Mail: [email protected]

Iranischer Justizchef 
Chief Justice Gholamhossein Mohseni-Ejei
The judiciary
Valiasr Avenue, Pastor Avenue, In front of Jami police station
Tehran
Islamic Republic of Iran

Sehr geehrter Herr Botschafter,

mit diesem Schreiben bringe ich meine Besorgnis über die mir vorliegenden Berichte zur Verhaftung und Verurteilung der drei Inhaftierten Majid Kazemi, Saeed Yaghoubi und Saleh Mirhashemi zum Ausdruck.

Sie wurden nach der friedlichen Teilnahme an Protesten am 21. November 2021 verhaftet und wegen „Korruption auf Erden“ zum Tode verurteilt.

Die Familien von Majid und Saleh Mirhashemi berichten davon, dass die Geständnisse unter massiver Folter erzwungen wurden. Auch liegt uns ein Telefonat zwischen Majid Kazemi aus dem Gefängnis und seiner Verlobten vor, indem er seine Unschuld und die massive Folter beteuert. Aus dem Anruf geht hervor, dass die Behörden das Geständnis unter schwerster psychischer und körperlicher Folter erzwungen haben. Die einzigen Beweise, die die Justiz für die drei Fälle heranzieht, sind die Zwangsgeständnisse. Dies belegt die Willkür und Grausamkeit an diesen drei Fällen.

Mit größter Sorge bewegen mich die zahllosen Berichte über Verhaftungen und das gewaltsame Vorgehen von Sicherheitskräften, die bei mir große Zweifel an der Rechtstaatlichkeit der Justizverfahren aufkommen lassen.

Mit Blick auf die Verurteilung von den drei Männern Majid Kazemi, Saeed Yaghoubi und Saleh Mirhashemi erbitte ich ihre Rückmeldung, was Sie zur Aufklärung dieses Falls tun werden, und fordere die schnellstmögliche Freilassung sowie die Aufhebung des Todesurteils.

Bitte schützen Sie das Leben von Saleh, Saeed und Majid!

Hochachtungsvoll,

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